Region Schwerin : Wirtschaft steuert auf Wachstumskurs

<fettakgl>Größte Baustelle ist die Gewinnung von Fachkräftenachwuchs.</fettakgl> Bauleiter Friedhelm Sylupp (r.) gab Lehrlingen von Abc-Bau auf der Baustelle der Marienplatz-Galerie interessante Hintergrundinformationen in luftiger Höhe.<foto>Archiv/Rainer Cordes</foto>
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Größte Baustelle ist die Gewinnung von Fachkräftenachwuchs. Bauleiter Friedhelm Sylupp (r.) gab Lehrlingen von Abc-Bau auf der Baustelle der Marienplatz-Galerie interessante Hintergrundinformationen in luftiger Höhe.Archiv/Rainer Cordes

Westmecklenburg ist eine Wachstumsregion mit großem Potenzial für ihre weitere wirtschaftliche Entwicklung. Das ist die übereinstimmende Einschätzung der IHK und der Schweriner Handwerkskammer.

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03. Januar 2013, 09:54 Uhr

Schwerin | Westmecklenburg ist eine Wachstumsregion mit großem Potenzial für ihre weitere wirtschaftliche Entwicklung. Das ist die übereinstimmende Einschätzung der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin (IHK) und der Schweriner Handwerkskammer. 90 Prozent der Unternehmen bewerten ihre wirtschaftliche Lage als zufriedenstellend oder besser, 87 Prozent haben im gerade zu Ende gegangenen Jahr neue Arbeitskräfte eingestellt oder zumindest ihren Personalbestand gehalten. Und die Prognosen für das neue Jahr sprechen dafür, dass sich dieser Trend fortsetzt. Vor allem von der Ansiedlung des Lebensmittelkonzerns Nestlé in Schwerin versprechen sich die Hauptgeschäftsführer der beiden Kammern, Siegbert Eisenach und Edgar Hummelsheim, noch mehr Wirtschaftsdynamik. "Allerdings rechnen wir angesichts der Schuldenkrise in Europa und der schwächelnden Weltkonjunktur mit einem etwas gedämpften Wachstum", erklären Eisenach und Hummelsheim übereinstimmend.

Neue Chancen für die gesamte Region sehen die beiden Geschäftsführer in der so genannten Energiewende. Die Entwicklung Mecklenburg-Vorpommerns zum Energieland und zum wichtigen Energieproduzenten für die Metropolregion Hamburg werde einerseits Investoren locken. Andererseits sei das Handwerk an der Wertschöpfung in diesem Bereich beteiligt, da es an Gebäude-Energieeffizienz und Altbaumodernisierung, am Ausbau der erneuerbaren Energien und am Umbau der Verteilernetze mitwirke, so Hummelsheim. "Das werden die Aufträge der nächsten Jahre sein", prognostiziert der Chef der Handwerkskammer.

Auch den Industrieunternehmen und vielen Dienstleistern erschließen sich auf diesem Gebiet nachhaltige Geschäftsfelder. Die IHK hatte 2012 mit dem Jahresthema "Energie und Rohstoffe für morgen" auf zahlreichen Veranstaltungen diesen facettenreichen Markt thematisiert, berichtet Eisenach. "Die Vergangenheit hat gezeigt, wo Energie produziert wird, siedelt sich auch verarbeitendes Gewerbe an. Und die Energiewende bietet zudem die Chance, mit unserem Know-how über die Grenzen hinaus aktiv zu werden."

Als große Herausforderung im neuen Jahr sehen Eisenach und Hummelsheim die Sicherung des Fachkräfte-Nachwuchses an. "Wir müssen endlich die alte Denkweise des ,go west aus den Köpfen der jungen Leute bekommen, denn mittlerweile bietet unsere Region ausgezeichnete berufliche Entwicklungsmöglichkeiten", sagt Hummelsheim. Eisenach ergänzt: "Wir können es uns nicht mehr leisten, dass die jungen Leute unser Land verlassen. Wir brauchen das Potenzial." Das begreifen auch immer mehr Unternehmen. "Wer auf Bildungsmessen präsent ist und mit attraktiven Berufsbildern lockt, dem rennen die Bewerber die Bude ein. Wer das nicht macht, dem fehlen irgendwann die Leute", fasst der IHK-Geschäftsführer zusammen. Sein Kollege von der Handwerkskammer berichtet, dass viele Betriebe schon begriffen hätten, dass sie sich anders aufstellen müssen, um Lehrlinge zu bekommen und zum Beispiel mit Zuschüssen für die Fahrerlaubnis oder Prämien winken. "So konnte das Handwerk bei der Gewinnung neuer Azubis 2012 nahezu das Vorjahresergebnis erreichen. 625 neue betriebliche Ausbildungsverhältnisse standen in der Bilanz, nur acht weniger als im Vorjahr. Rund 2 100 Lehrlinge befinden sich im Kammerbezirk Schwerin zurzeit in einer handwerklichen Ausbildung", so Hummelsheim. "Die Unternehmen der Schweriner IHK konnten im Vergleich zum Vorjahr die neu geschlossenen betrieblichen Ausbildungsverträge mit insgesamt 1366 um zwei Prozent steigern. Insgesamt betreut die IHK gegenwärtig 3410 Auszubildende", berichtet Eisenach. Dringenden Handlungsbedarf sehen die beiden indes hinsichtlich der bildungspolitischen Rahmenbedingungen. Immer wieder werde von den Firmen mangelnde Berufsreife der Lehrlinge kritisiert. Dass 16 Prozent der Schüler in MV die Schule vorzeitig abbrechen, sei völlig inakzeptabel.

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