zur Navigation springen

Schweriner Firmen im Blick : Wirtschaft holt sich erneut Spanier

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Unternehmer und Bildungsträger begrüßen 50 junge Leute aus Madrid und Mallorca, die in Schwerin Facharbeiter werden wollen

Schwerin begrüßt schon wieder 50 junge Spanier: Über Mobi-pro, das EU-Sonderprogramm zur Unterstützung junger Leute bei der Ausbildungssuche, sind erneut Jugendliche aus Südeuropa nach Mecklenburg gekommen. „Die Nachfrage der Wirtschaft ist groß, viele Unternehmen signalisieren uns ihren Bedarf“, berichtet Stefanie Dreßler, Geschäftsführerin der SBW Aus- und Fortbildungsgesellschaft. Und auch in Spanien sei das Interesse an einer Ausbildung in Deutschland riesig, ergänzt ihr Geschäftsführer-Kollege Andre Harke.

Die künftigen Lehrlinge aus Madrid und Mallorca wurden bei einer großen Grillparty im Schullandheim Mueß von ihren Ausbildern und Vertretern der Unternehmen, in denen sie die Lehre aufnehmen, herzlich in Schwerin begrüßt. Jetzt beginnen sie mit einem sechswöchigen Praktikum und Deutsch-Intensivunterricht. Im September startet dann ihre Ausbildung.

„Bei uns kommt mittlerweile ein Drittel der Azubis aus Spanien und wir sind sehr zufrieden mit ihnen“, sagt Axel Mielke, Geschäftsführer der Awo Soziale Dienste GmbH. „Sie sind motiviert, haben Spaß an der Arbeit und übertragen in der Altenpflege ihre Lebensfreude auf die Betreuten, die das sehr zu schätzen wissen“, versichert Mielke. „Wir haben deshalb alle, die nach dem Abschluss ihrer Ausbildung hier bleiben wollten, auch übernommen.“

Auch andere Unternehmer bestätigen die sehr positive Wahrnehmung. Fanny Leichtfuß, Assistentin der Geschäftsführung von Schlosshotel Basthorst, erzählt: „Wir haben gute Erfahrungen gemacht. Wir haben gegenwärtig schon zehn Azubis aus Spanien, jetzt holen wir uns noch vier weitere.“

„Wir brauchen junge Leute“, sagt auch Petra Schmidt, Direktorin des Best West Seehotels Frankenhorst. „Ich habe Joselyne-Nathaly Peres-Dias, unsere Nathaly, die seit einem Jahr bei uns ist, mit hergebracht. Wir wollen gemeinsam Beatrice, unsere Neue, in Empfang nehmen. So können sich die beiden Spanierinnen gleich ein bisschen austauschen und anfreunden.“

Gebraucht werden die jungen Spanier aber keineswegs nur in Pflege, Hotellerie und Gastronomie. Auch als Mechatroniker oder Kfz-Mechaniker haben sich die Azubis aus Südeuropa schon einen guten Ruf erworben. „Ich habe schon drei Lehrlinge aus Spanien und brauche in diesem Herbst eigentlich keinen neuen. Aber die Jungs sind einfach gut. Die wollen was, sind sehr engagiert, geschickt und kollegial und lernen erstaunlich schnell Deutsch. Deshalb habe ich mich entschieden, doch noch einen Spanier zu nehmen“, sagt Rüdiger Ditz, Geschäftsführer des Autoforums Lankow.

Dass es auch Abbrecher im Programm Mobi-pro gibt, ist kein Geheimnis. „Dafür kann es viele Gründe geben, von Heimweh bis zu gesundheitlichen Problemen“, sagt Stefanie Dreßler. Die Unternehmer bestätigen: Abbrecher gäbe es auch unter deutschen Azubis. Die Rate bei den Spaniern unterscheide sich davon kaum. „Bevor die jungen Leute nach Deutschland kamen, haben wir sie umfassend informiert. Darin haben wir ja Erfahrung. Wir waren auch mehrfach direkt in Spanien vor Ort, um zu beraten“, sagt Harke.

zur Startseite

von
erstellt am 16.Jul.2016 | 09:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen