Schwerin: Millionen für Grünanlage : Wird der Berliner Platz zu teuer?

<fettakgl>Anheimelnd plätschert das Wasser in dem bereits sanierten Brunnen.</fettakgl> Anheimelnd soll auch der neue parkähnliche Berliner Platz werden. <foto>Reinhard Klawitter</foto>
Anheimelnd plätschert das Wasser in dem bereits sanierten Brunnen. Anheimelnd soll auch der neue parkähnliche Berliner Platz werden. Reinhard Klawitter

Der Berliner Platz in Schwerin soll mit viel Grün zu einer parkähnliche Anlage werden. Dafür will die Stadt mehr als 1,3 Millionen Euro in ihren größten Platz stecken. Angesichts der Verschuldung eine gewaltige Summe.

svz.de von
18. Juni 2012, 06:14 Uhr

Neu Zippendorf | Geschwungen statt eckig, grün statt grau und einladend statt abweisend soll der neue Berliner Platz werden. Als Erich Honecker ihn kurz nach der Fertigstellung besuchte, war das Einkaufs- und Dienstleistungszentrum noch gut besucht. Jetzt - mehr als 20 Jahre später - verweilen kaum noch Menschen auf dem größten Platz der Landeshauptstadt. Das soll sich jetzt ändern. Dafür will Schwerin mehr als 1,3 Millionen Euro in das Areal stecken. Ganz schön viel Geld, oder?

"Nein", sagt Stadtplaner Reinhard Huß. "Wir reden hier über eine Fläche von mehr als 9000 Quadratmetern." Es sei fast der letzte unsanierte aber auch bedeutendste Bereich des Stadtteils. Unter diesen Gesichtspunkten sieht Huß die Summe als gerechtfertigt an. "Die Stadt übernimmt auch nur einen Teil der Kosten", sagt er weiter.

Schwerin wird voraussichtlich etwas mehr als 180 000 Euro investieren. Etwa 620 000 Euro kommen aus Fördertöpfen wie aus dem Programm Stadtumbau Ost. Auch die Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS) übernimmt einen Großteil der Kosten. "Besonders freuen wir uns, dass auch der dort ansässige Dohle-Markt etwas beisteuert", sagt Huß. Geplant seien mehrere zehntausend Euro.

Die Investition soll einerseits das Leben in Neu Zippendorf attraktiver machen, andererseits den Einzelhandel ankurbeln. Nicht nur, dass Dohle in die Fläche investiert, was die Stadt ausdrücklich "begrüßt" - denn "dadurch wird die Nachhaltigkeit der Maßnahme weiter gestärkt". Auch der vier mal pro Woche stattfindende Markt soll - eingebettet in ein grünes Oval - attraktiver und anheimelnder werden und so mehr Kunden anziehen. Ein mächtiger Baum mit einer umlaufenden Sitzreihe könnte in dessen Mitte zum Verweilen einladen. "Der Platz wird für Besucher attraktiver, wovon auch der Einzelhandel profitieren wird", heißt es im Antrag, den die Stadtvertreter gestern beschlossen. "Die Oberflächenbeläge und die Beleuchtung befinden sich in einem schlechten Zustand. Pkw befahren und beparken den Platz unerlaubt", heißt es weiter in dem Schreiben.

Das alles soll sich ändern. "Wir wollen das Grau auf dem Platz durchbrechen und mehr als 3000 Quadratmeter begrünen", sagt Huß. Das bedeutet viele Rasenflächen und jede Menge Büsche und Bäume. Damit auch Gehbehinderte gut auf und über den Platz kommen, schmiegt sich eine geschwungene Rampe fast natürlich in das Gesamtkonzept des Areals. Nördlich des Brunnens sollen WC-Anlagen entstehen. Während der künftige Veranstaltungs- und Marktplatz einen ockerfarbenen Asphalt erhalten soll, wird das restliche Areal mit gelben Betonsteinen gepflastert. Der Bau und die Pflanzungen könnten schon im Herbst beginnen.

Ende vergangenen Jahres hatten die Schweriner Landschaftsarchitekten Matthias Proske und Claus Steinhausen einen von der Stadt ausgelobten Gestaltungswettbewerb gewonnen. Vier Architekturbüros hatten sich beteiligt.

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