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Lübesse: Eines der größten Sonnenkraftwerke in MV aufgebaut : Wir verkaufen Solarstrom

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1056 Pfosten tragen im Gewerbegebiet von Lübesse bereits die Solarmodule, die umweltfreundlichen Strom erzeugen sollen. "Das ist aber erst ein kleiner Teil der geplanten Anlage", sagt der Lübesser Bürgermeister.

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erstellt am 02.Dez.2011 | 10:15 Uhr

Lübesse | 1056 Pfosten tragen im Gewerbegebiet von Lübesse bereits die Solarmodule, die umweltfreundlichen Strom erzeugen sollen. "Das ist aber erst ein kleiner Teil der geplanten Anlage", sagt der Lübesser Bürgermeister Dr. Reinhold Kunze. "Das ist erst ein Drittel von insgesamt zehn Hektar, auf denen wir Photovol taik-Module installieren wollen. Aber solche Menge Strom kann mit den vorhandenen Leitungen nicht transportiert werden. Deshalb wird der große Rest erst im Juni nächsten Jahres gebaut. Dann machen wir Gewinn, verkaufen den Sonnenstrom."

Den Auftrag zum Bau der Anlage hat die Firma Solon bekommen. Das Berliner Solarunternehmen setzte sich in einer bundesweiten Ausschreibung durch. Der Auftrag umfasst Beschaffung und Bau der Anlage. Dr. Burckhard Tscherpel von der Firma SIG Dr. Steffen GmbH Bentwisch hatte die Planung übernommen. Mit dem prognostizierten Stromertrag von 1315 Megawattstunden, der jährlich ins öffentliche Netz eingespeist werden kann, produziert die Gemeinde in Zukunft mehr Solarstrom als ihre 755 Einwohner verbrauchen. "Wir freuen uns, die Gemeinde Lübesse dabei zu unterstützen, zum Sonnenstrom-Produzenten zu werden und so die Energiewende in Deutschland voranzutreiben. Wir sind überzeugt, dass dieses Beispiel Schule machen wird, nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern", sagte Stefan Säuberlich von der Firma Solon.

"Der intelligente Einsatz der Photovoltaik verringert die Kohlendioxid-Belastung der Umwelt, schont Rohstoffreserven und sichert uns auch noch die Möglichkeit, unsere Schulden abzubauen", meint der Bürgermeister.

Der Schuldenberg der Gemeinde beträgt derzeit etwa zwei Millionen Euro. Zur Erinnerung: Die Gemeinde hat vor einigen Jahren schon über Kredit eine 70 Hektar große Gewerbe- und Indus triefläche voll erschlossen und wollte diese an Investoren verkaufen. Es haben sich aber nur wenige Firmen hier angesiedelt. Denn die große Nachfrage nach Gewerbeflächen war zu jenem Zeitpunkt längst vorbei. Das wurmt den Bürgermeister, obwohl er selbst zu jener Zeit gar nicht in kommunalpolitischer Verantwortung stand.

Weithin sichtbar ragt im Gewerbegebiet an der B 106 eine Investitionsruine auf. Hier sollte eigentlich seit Ende der 1990er-Jahre Luftfahrttechnik hergestellt werden. Doch die Firma ging in Insolvenz, die Gebäude wurden nie fertig gestellt. Bei den Prozessen, die nach dieser Insolvenz laufen, ist endlich ein Ende abzusehen. Das jedenfalls teilte die Schweriner Staatskanzlei der Gemeinde mit. "Wir sind jetzt zuversichtlich, dass diese Ruine schnell verschwindet", betont der Bürgermeister. "Wir hatten einen Investor aus dem Gewerbegebiet, der das Areal übernehmen und zumindest eine Halle nutzen wollte. Aber der ganze Prozess dauerte zu lange."

Dr. Reinhold Kunze verweist darauf, dass im Gewerbegebiet mehr als 30 Firmen angesiedelt sind und vielleicht weitere hinzukommen könnten. Er sagt: "Wir bieten unsere Flächen gezielt jenen Unternehmen an, die für Dienstleistungen oder Produktion viel Energie benötigen. Das kann zum Beispiel ein Betrieb sein, der Fischzucht betreibt oder Holz verarbeitet und die ebenso wie wir auf erneuerbare Energien setzen, die letztlich preisgünstiger sind."

Zu den Besonderheiten in Lübesse zählen auch die 28 Windkraftanlagen, die sich auf dem Territorium der Gemeinden Lübesse, Sülstorf und Uelitz befinden.

Perspektivisch verspricht sich der Bürgermeister Einnahmen, mit denen die Gemeinde nicht nur das günstige Darlehen plus Zinsen zurückzahlen kann. Langfristig geht es auch darum, Geld in die Hand zu bekommen, um die Schulden peu a peu abzutragen. "Das ist noch ein gutes Stück Arbeit, aber ich bin zuversichtlich, dass es klappen kann", sagt Kunze.

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