Schwerins Polizeisprecher : „Wir setzen weiter auf Offenheit“

Umstrittene Täterbeschreibung: Per Twitter-Nachricht suchte die Schweriner Polizei nach einem Einbrecher, der wie ein Indianer aussieht. Im Netz machten diverse Illustrationen die Runde. Collage: SVZ
Umstrittene Täterbeschreibung: Per Twitter-Nachricht suchte die Schweriner Polizei nach einem Einbrecher, der wie ein Indianer aussieht. Im Netz machten diverse Illustrationen die Runde. Collage: SVZ

Nach der Twitter-Panne: Schweriner Polizeisprecher Steffen Salow weist Rassismus-Vorwurf zurück und verspricht mehr Sensibilität

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02. März 2016, 21:00 Uhr

Jede Menge Häme, aber auch 100 Follower mehr: Die Twitter-Panne der Schweriner Polizei sorgte für Bewegung im Internet. „Polizei sucht 2 türkische Täter nach Einbrüchen ... Ein Täter sieht aus wie ein Indianer“, hatte ein Beamter in der vergangenen Woche per Tweet verbreitet. Im Netz machte die Formulierung schnell die Runde, wurde teils sarkastisch kommentiert. Christian Koepke sprach mit dem Sprecher der Schweriner Polizei, Steffen Salow, darüber, wie es zu dem Tweet kommen konnte und welche Konsequenzen die Polizei daraus zieht.

Darf bei der Schweriner Polizei jeder Beamte einfach so einen Tweet absetzen? Wie konnte es zu der unglücklichen Formulierung kommen?

Salow: Den Twitter-Account zu pflegen, ist normalerweise Aufgabe der Pressestelle. Damit wir aber schnell auf aktuelle Entwicklungen reagieren können, gibt es in jeder Schicht zwei Beamte, die den Account bedienen dürfen. Für diese Tätigkeit wurden die Kollegen speziell geschult. Der Beamte, der den fraglichen Tweet abgesetzt hat, sah nach den drei Einbrüchen Gefahr in Verzug, wollte eine anschauliche Täterbeschreibung geben. Dabei wiederholte er einfach die Aussagen von Zeugen, die sich etwa bei einem Täter an einen Indianer erinnert fühlten. Nötig wäre es gewesen, die Angaben zu versachlichen, wie es später dann auch geschehen ist.

Nun steht der Vorwurf im Raum, es würden Vorurteile gegen Ausländer genährt. Wie will die Schweriner Polizei diesem Imageschaden entgegentreten?

Wir bedauern sehr, was passiert ist. Da gibt es nichts zu beschönigen. Mit dem betreffenden Beamten, dem die Tragweite seiner Nachricht nicht bewusst war, wurde der Vorfall intensiv ausgewertet. Er wird den Twitter-Account vorerst nicht mehr bedienen. Ich sage aber auch ganz klar: Wir lassen uns nicht in die rechte Ecke stellen. Den Rassismus-Vorwurf weise ich entschieden zurück.

Welche Konsequenzen ziehen Sie für die Öffentlichkeitsarbeit und den Umgang mit Sozialen Medien?

Wir setzen weiter auf Offenheit und Transparenz – und wir werden aus dem jüngsten Fehler lernen und noch sensibler mit den Angaben in den Sozialen Medien umgehen. Twitter und Facebook bleiben für uns aber wichtige Informationsplattformen, die uns nicht nur bei Verkehrshinweisen, sondern eben auch bei der Fahndung nach Straftätern helfen. Im betreffenden Fall konnten die Tatverdächtigen übrigens noch nicht gefasst werden. Die Suche nach den Verantwortlichen für die Einbrüche dauert an.

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