Rockhaus im Interview : Wir haben uns therapiert

Lieder mit Tiefgang und Melodien, die unter die Haut gehen: So zeigten sich die Musiker von Rockhaus im Speicher. Zur aktuellen Politik haben Sänger Mike Kilian und Gitarrist Reinhard Petereit (r.) eine ganz eigene Meinung.
Lieder mit Tiefgang und Melodien, die unter die Haut gehen: So zeigten sich die Musiker von Rockhaus im Speicher. Zur aktuellen Politik haben Sänger Mike Kilian und Gitarrist Reinhard Petereit (r.) eine ganz eigene Meinung.

Im Schweriner Speicher haben sich die Musiker von ihren Freunden verabschiedet, denn jetzt gehen sie wieder in die Bühnenpause.

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22. November 2015, 20:10 Uhr

Seit 2009 stehen sie wieder auf der Bühne. Drei neue Alben haben Rockhaus in den vergangenen fünf Jahren auf den Markt gebracht. Viele alte Fans begeistert und zahlreiche neue dazugewonnen. Mit Katja Müller sprachen Bandleader Mike Kilian und Gründungsmitglied Reinhard Petereit über ihre Fans, Facebook und unerfüllte Wünsche.

Das neue Album heißt Therapie. Wollt ihr eure Zuhörer damit therapieren oder gar die Wunden der Zeit damit heilen?
Mike Kilian: Wir haben uns damit therapiert. Wozu die Fans unser Album nutzen, das müssen sie allein wissen. (lacht) Nein, im Ernst. Wir haben uns Zeit genommen, viele Lieder geschrieben und elf haben es am Ende auf die Platte geschafft.

Wie viele Songs standen zur Auswahl?
Mike Kilian: Am Anfang waren es 25. Dann 15. Und per Abstimmung durften elf bleiben. Das hat aber einige Zeit gedauert. Das ist wie bei einer Eheberatung, die ist auch nicht in zwei Sitzungen erledigt.

Seid ihr denn mit dem Ergebnis dieser Eheberatung zufrieden?
Reinhard Peterereit: Es ist ein gutes Album geworden. Den Fans scheint es zu gefallen. Die Häuser sind voller als bei unserer vorherigen Tour.

Sind einige in einer Schatulle gelandet und kommen dann auf das nächste Album?
Mike Kilian: So eine Schachtel haben wir nicht. Jetzt macht erst einmal jeder wieder sein Ding und in zwei Jahren werden wir dann vielleicht mit einer neuen Platte um die Ecke kommen. Bis dahin verkaufen wir das neue und die alten Alben.

Sind CDs heute noch zeitgemäß oder macht ihr mehr Umsatz mit Downloads?
Mike Kilian: Erstaunlicherweise sind die Zahlen der verkauften CDs höher als die Downloads. Aber es geht mir ja nicht anders. Musik, die ich wirklich sehr mag, habe ich auf CD. Manche wünschen sich unsere Musik sogar wieder auf Schallplatte. Leider hat es diesmal nicht geklappt.

Das klingt nach retro. Sind denn eure Fans auch retro?
Reinhard Peterereit: Unsere Fans sind super, werden sogar immer jünger. Und wir pflegen sie selbstverständlich auch gut. Es gibt Fanclubs, die immer größer werden. Die laden wir auch zu besonderen Konzerten ein. So durften 20 von ihnen zur Vorstellung unseres neuen Albums zu einem Sonderkonzert kommen.

Wie wichtig ist Facebook für euch?
Reinhard Peterereit: Sehr wichtig. Darüber halten wir Kontakt zu unseren Fans. Es gibt viel Hass im Netz. Doch wir nutzen dieses Netzwerk allein für positive Sachen.

Positiv hieß euer Album, mit dem ihr 2009 auf Tour gegangen seid. Gibt es Lieder auf dieser oder einer der anderen Platten, die ihr nicht mehr hören oder singen wollt?
Reinhard Peterereit: Nein. Selbst Klassiker wie I.L.D oder Träume, Träume singen wir heute noch gern. Die Fans freuen sich. Was wir nicht mehr hören können, wenn wir als Ostband bezeichnet werden. Nach mehr als 25 Jahren sollten diese Trennungen doch nun auch Geschichte sein.

Welche Träume wollt ihr euch mit Rockhaus noch erfüllen?
Reinhard Peterereit: Noch einmal in der Waldbühne spielen. Das wärs. Aber viel lieber spielen wir in kleinen Läden. Da ist es familiärer.

Könntet ihr euch denn auch vorstellen, Gastmusiker in eure Familie aufzunehmen: Beispielsweise Heino, der alte Hits aufpeppt?
Mike Kilian: Warum nicht. Ich habe großen Respekt vor Heino. Ich bin mit Roy Black und vielen anderen Schlagerstars groß geworden.

Jetzt taucht Rockhaus wieder für zwei Jahre ab?
Mike Kilian: Es ist gut, dass wir nicht jede Woche irgendwo zu sehen sind. Alle zwei Jahre, das ist ein prima Rhythmus.

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