Schnee und Eis : Winterdienst kämpft gegen die Zeit

Wegen Glätte stundenlang gesperrt: der Mueßer Berg.
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Wegen Glätte stundenlang gesperrt: der Mueßer Berg.

Viele Schweriner verärgert über späten Einsatz von Räum- und Streufahrzeuge, doch kaum Unfälle oder ernste Behinderungen

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08. Januar 2016, 22:00 Uhr

Der erste Schnee des Winters befeuert die Diskussion über den Winterdienst. Die Lomonossowstraße musste gestern Früh am Mueßer Berg wegen Glätte für mehrere Stunden gesperrt werden. Zeitweise kam auch kein Auto die Plater Straße hoch. Glatte Straßen und ungeräumte Gehwege vielerorts im Stadtgebiet ärgerten die Schweriner. Gefühlte Situation vieler Pendler: Im Umland ist geräumt, in Schwerin nicht. Doch wie war die Situation tatsächlich?

„Es war eine normale Winterlage und die Autofahrer haben sich den Bedingungen gut angepasst“, sagte ein Polizeisprecher. In Schwerin plus Umland habe es glättebedingt insgesamt nur fünf leichte Unfälle gegeben. In den Helios-Kliniken blieb es ebenfalls ruhig: „Wir hatten bis Mittag nur einen Patienten, der wegen der Glätte ausgerutscht war und sich leicht an der Hand verletzt hatte“, berichtete Isabell Adam.

Auch der Schweriner Nahverkehr konnte – im Gegensatz zu den Bussen in den Landkreisen Nordwestmecklenburg und Rostock – fahren. „Die Straßenbahnen verkehrten größtenteils planmäßig, bei den Bussen gab es in den frühen Morgenstunden zwar Verspätungen vor allem in Richtung Norden, aber alle Linien wurden bedient“, berichtete Lothar Matzkeit vom Nahverkehr.

„Wir haben 220 Kilometer Straße und 160 000 Quadratmeter Gehwege zu räumen. Das ist ein Kampf gegen die Zeit, denn anders als auf freier Landstraße können unsere Fahrer nicht so schnell fahren, müssen auf Bordsteine, parkende Autos und Fußgänger achten“, sagte Ilka Wilczek, Werkleiterin der Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen. „Aber anders als in anderen Landkreisen haben wir es geschafft, dass in Schwerin die Busse fahren konnten.“ Seit 3.30 Uhr sei der Winterdienst mit zehn Fahrzeugen im Einsatz gewesen, hinzu kamen Fahrzeuge von Subunternehmen. „Bevor der Mueßer Berg gesperrt wurde, haben wir dort zweimal Salz gestreut. Es war nicht abzusehen, dass der Frost im Boden so stark wirkt und den Regen sofort gefrieren lässt.“

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