Energie rund um Schwerin : Windpark-Planung geht weiter

Windpark bei Kladrum: Der Planungsverband Westmecklenburg geht daran, weitere Eignungsräume zu suchen.
Windpark bei Kladrum: Der Planungsverband Westmecklenburg geht daran, weitere Eignungsräume zu suchen.

Das erste Beteiligungsverfahren soll im Frühjahr abgeschlossen werden. Neue Flächen im Fokus

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09. Januar 2018, 12:00 Uhr

Der Streit um die Ausweisung künftiger Windparks bestimmte im zurückliegenden Jahr die Tagesordnung beim Regionalen Planungsverband Westmecklenburg. Auch im neuen Jahr wird die Debatte nicht abgeschlossen. Denn die zu Jahresbeginn 2016 gestartete „Teilfortschreibung ... Kapitel 6.5 Energie“ steckt immer noch im ersten Beteiligungsverfahren.

Derzeit sind für Westmecklenburg 34 möglichen Eignungsräume für Windparks mit einer Fläche etwa 4500 Hektar ausgewiesen. Im Frühjahr 2017 verschwanden zehn Eignungsräume und etwa 2000 Hektar Land aus den Planungsunterlagen, weil Vogel- und Denkmalschutz berücksichtigt werden musste. So wurde bei Plate-Ost ein Fischadler-Horst nachgewiesen. Und nördlich von Alt Meteln war die Sichtachse zu Schloss Wiligrad wichtiger als die Windenergie.

Für Kritiker und Betroffene ist es immer noch zu viel Raum für „landschaftszerstörende“ Windräder. Befürworter des Ausbaus der Windenergie fordern hingegen, dass auch in Westmecklenburg ausreichend Flächen für neue Windparks ausgewiesen werden müssen, um die Ziele der Energiewende zu erreichen.

Mit den jüngsten Beschlüssen im Spätherbst stellte der Verband die Weichen in diese Richtung: Die Eignungsräume können wieder größer werden. So wurde im Außenbereich der Mindestabstand zwischen einem Wohnhaus und einem Windrad von 1000 auf 800 Meter verkürzt. Der Mindestabstand zu Dörfern bliebt bei 1000 Meter. Die so hinzukommenden Flächen werden nicht automatisch mit Windrädern zugestellt: Diese müssen überprüft werden – entsprechend der vom Verband gesetzten Kriterien.

Auch Flächen rund um die ältesten Windparks in Westmecklenburg wie bei Klein Welzin setzt der Verband wieder auf die Agenda. Denn so lange sich die alten Windrädern drehen, darf in einem Umkreis von 2,5 Kilometern kein neuer Windpark entstehen. Der Verband machte jetzt den Weg frei, diese Sperrflächen zu überplanen. Baurecht für neuere und wohl auch höhere Windräder entsteht aber erst nach dem Aus der alten.

Keine Chance hatte der Vorstoß von Heiko Böhringer aus Ludwigslust, einen riesigen Windpark für ganz Westmecklenburg zu schaffen – und das den betroffenen Kommunen und Bürger zu bezahlen. Böhringers Antrag schaffte es nicht einmal auf die Tagesordnung der jüngsten Verbandsversammlung.

Dort soll in der ersten Jahreshälfte 2018 das ersten Beteiligungsverfahren abgeschlossen werden, so Verbandschef Rolf Christiansen im Vorfeld der zurückliegenden Sitzung gegenüber SVZ. Danach geht es an die Überarbeitung und in ein zweites Beteiligungsverfahren. Wann die Planung fertig und vom Land genehmigt werden kann, vermochte Christiansen da nicht zu sagen.

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