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Schweriner Kindertagesstätte : Willkommen in den Zwergstätten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

SVZ-Leser machten mit bei Namenssuche für die neue Kita in der Bunsenstraße: Olaf Stumpps Vorschlag überzeugte die Jury

von
erstellt am 17.Mär.2017 | 12:00 Uhr

„Dreescher Zwergstätten“ heißt die neue inklusive Kita im Industriegebiet Süd. Obwohl die Grundplatten gegossen sind und die ersten Wände schon stehen, wurde gestern offiziell der Grundstein gelegt und das Geheimnis um den Namen der Einrichtung gelüftet. Gemeinsam mit SVZ hatte der Gesellschafterkreis der Dreescher Werkstätten danach gesucht, mehr als 70 Vorschläge waren eingegangen. „Wir waren überwältigt von dieser Resonanz“, sagt Verena Riemer, Vorsitzende der Lebenshilfe Schwerin. „Das zeigt, wie sehr die Bürger Anteil nehmen an dem, was sich hier so tut.“ Olaf Stumpp war auf die „Dreescher Zwergstätten“ gekommen. Der Jury gefiel dieser kreative, quergedachte und gleichzeitig einprägsame Name sofort. Der Briefträger aus der Weststadt hatte den Aufruf in der SVZ gelesen. Und weil der 46-Jährige in seiner Freizeit leidenschaftlich gern Gedichte, Texte oder Lieder schreibt, nahm er die Herausforderung sofort an. Schon für die Bundesgartenschau 2009 hatte er ein Lied geschrieben, für das Drachenbootrennen einen Slogan entwickelt. Die Dreescher Werkstätten selbst kannte Olaf Stumpp bisher nur vom Hörensagen, jetzt weiß er nicht nur vieles rund um die neue Kita, sondern darf auch die Produkte der Werkstätten benutzen. Als Dankeschön für seinen Gewinner-Vorschlag gab es nämlich einen Präsentkorb mit kleinen Kostbarkeiten aus der hauseigenen Seifen- und Keramikproduktion.

Die Kita selbst wächst sichtbar in der Robert-Bunsen-Straße 4, im Oktober soll sie eröffnet werden. 1,9 Millionen Euro kostet der Bau. Die Einrichtung steht unter dem Leitmotiv der Inklusion, betonte Geschäftsführer Stephan Hüppler. Sie ist komplett barrierefrei, bekommt einen Therapieraum und so breite Flure, dass sich problemlos zwei Rollstühle begegnen können. Mit Öffnungszeiten zwischen 5.30 und 20.30 Uhr ist sie als Randzeiten-Kita geplant. Es gibt 24 Krippen-Plätze für unter Dreijährige und 45 Kita-Plätze für Drei- bis Sechsjährige. Ein Erweiterungsbau ist möglich, das benachbarte Baufeld bereits reserviert. Die Kita steht allen Schwerinern, vor allem Unternehmen und Eltern in der Region Süd, zur Verfügung. Die Beschäftigten der Dreescher Werkstätten werden einen Teil der Plätze als Betriebskindergarten nutzen. 20 Anmeldungen gibt es jetzt schon. Jane Brauer aus Krebsförden beispielsweise will ihren Sohn Theo hier betreuen lassen. „Mein Mann arbeitet in einem Unternehmen in Süd, da ist der Standort für uns perfekt“, sagte sie gestern. Zur Grundsteinlegung waren auch die künftigen „Kunden“ eingeladen.

Sozialdezernent Andreas Ruhl benutzte in seiner Rede sehr häufig das Wort „fantastisch“ – für Standort, Konzept und die Dreescher Werkstätten ganz allgemein. Seit mehr als 25 Jahren unterstützen sie Menschen mit einer geistigen Behinderung oder psychischen Beeinträchtigung dabei, ein möglichst normales und selbstbestimmtes Leben zu führen. Knapp 200 Festangestellte kümmern sich im Unternehmen um Arbeit, Wohnen, Freizeit und Verwaltung der rund 430 behinderten Mitarbeiter.

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