Umweltdebatte in Schwerin : Wildwuchs erhitzt die Gemüter

Etwas erhöht bietet sich ein schöner Blick auf das Schloss, auch die Büsche stören dann nicht.
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Etwas erhöht bietet sich ein schöner Blick auf das Schloss, auch die Büsche stören dann nicht.

In den Reihen der Stadtpolitik wird über die Burgsee-Büsche diskutiert – Auch auf der Straße gibt es unterschiedliche Auffassungen

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18. November 2014, 21:00 Uhr

Kahlschlag:  ja oder nein? Nicht nur in  den Reihen der Schweriner Stadtpolitik gibt es derzeit unterschiedliche Auffassungen zum Bewuchs am Burgsee. Grüne und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) halten an den meterhohen Büschen fest. Die Stadt plant jedoch einen Rückschnitt – das so genannte Auf-Stock-setzen. Umweltdezernent Bernd Nottebaum hält das für machbar und unbedenklich.

Auf den Schweriner Straßen ist man ebenso geteilter Meinung. „Das sieht doch natürlich aus.  Die Büsche sollten so hoch bleiben“, erklärt Lisa Schröder.  Für  Susann Brandt  ist die von der Stadt ins Feld geführte Sichtachse zum Schloss kein Argument.  „Das Schloss sieht man von so vielen Stellen aus. Da ist ein Beschnitt völlig unnötig. Zudem muss man auch an den Naturschutz denken. Wo sollen sonst die Wasservögel nisten?“, fragt die junge Mutter. Bei ihren Spaziergängen störe die mächtige Hecke keinesfalls. Edith Lazarus-Schmidt und Helga Krenze sind ebenso Fürsprecher der Burgsee-Büsche. „Es kann nicht alles glatt und schier aussehen.“

Auch auf unserer Facebook-Seite diskutieren die Leser. „Es sollte so weit runtergeschnitten werden, mit Wissen und Gefühl,  dass die Natur nicht geschädigt wird und das Schloss zu sehen ist. Und das jeden Herbst beibehalten“, schlägt Monika Reh vor. Leser „Ala Din“ zeigt, wie viel Müll in den Büschen lagert und wie es nach einer „Rasur“ dann dort aussehen würde: Denn schon jetzt liege Müll und Dreck in den Büschen.

Erwin Scheer ist für einen „ordentlichen Rückschnitt“. Wildwuchs dieser Art würde Touristen vergraulen.  Es  gäbe in Schwerin genügend Gebiete, wo nichts gemacht würde. Dietrich Felske ist davon überzeugt, dass sich lediglich Fachleute dieses Problems annehmen sollten. „Weiden wuchern überall, die müssen im Zaum gehalten werden, sonst ist bald der gesamte See zugewuchert. Naturschutz ist wichtig, aber bitte auch mit Weitsicht“, sagt der Schweriner. Eugen Berg  ist neben  den aus seiner Sicht unnötigen Kosten für einen gerichtlichen Vergleich oder Rückschnitt davon überzeugt, dass es   den Reiz steigere, wenn das Schloss nur abwechselnd zu sehen  ist. Der brütende Haubentaucher im Schilf  an der Burgsee-Drehbrücke  sei  zudem fast so  interessant wie das Schloss.

Der Schweriner Karl-Heinz Busch plädiert hingegen für den Beschnitt der Büsche: „Nichts gegen Naturschutz, aber erst kommt der Mensch.  Die Büsche wachsen schnell genug wieder nach. “

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