Mehrere tausend Euro Schaden in Godern : Wildschweine wüten im Maisfeld

Angefressene Maiskolben und niedergetrampelte Pflanzen: Das haben die Wildschweine  angerichtet, sagt Landwirt Volker Helms verärgert.Heidrun Pätzold
Angefressene Maiskolben und niedergetrampelte Pflanzen: Das haben die Wildschweine angerichtet, sagt Landwirt Volker Helms verärgert.Heidrun Pätzold

Die Kolben sind richtig prall. Eigentlich könnte sich Landwirt Volker Helms aus Godern freuen. "Ja, der Mais steht in diesem Jahr sehr gut." Weniger erfreut ist er über ungebetene Gäste in seinen Feldern: Wildschweine.

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30. September 2012, 05:11 Uhr

Godern | Die Maiskolben sind richtig prall - groß und gut ausgebildet. Eigentlich könnte sich Landwirt Volker Helms aus Godern freuen. "Ja, der Mais steht in diesem Jahr sehr gut." Weniger erfreut ist er über ungebetene Gäste in seinen Maisfeldern: den Wildschweinen. Auf dem sechs Hektar großen Schlag zwischen Godern und Neu Godern zeigt er auf einige der Stellen, in denen das Schwarzwild wütete. Hier liegen etliche umgeknickte Pflanzen und angefressene Maiskolben herum.

Die Wildschweine kommen vom Mühlenbach, aus der Warnow-Region und aus den umliegenden Wäldern und futtern sich hier Reserven für die Wintermonate an. Sie vom Feld fern zu halten, dies sei praktisch nicht machbar, sagt Volker Helms. Also muss er mehr oder weniger die Schwarzkittel auf seinen Feldern ertragen. Und das noch drei bis vier Wochen, so schätzt er. Denn der Mais, den der Goderner ernten will, ist noch nicht vollends reif. Es handle sich um Körnermais, dieser müsse erst die so genannte Vollreife erreichen, erklärt der Landwirt. Das bedeutet, dass die Pflanze erst abgestorben sein sollte, ehe die Kolben geerntet werden. Denn dieser Mais werde ähnlich wie bei Getreide gedroschen, allerdings mit einem speziellen Schneidwerk: dem Schneidgebiss. Die Körner sind für die menschliche Ernährung oder als Viehfutter bestimmt. Volker Helms liefert sein Erntegut, das er wegen der spezialisierten Technik dreschen lässt, an die Getreide AG nach Schwerin-Wüstmark.

Die Aussichten auf eine gute Maisernte werden etwas getrübt - durch die Wildschweine. Die haben sich an die hervorragende Futterquelle gewöhnt. Und weil der Silomais - dieser ist als Viehfutter oder für Biogasanlagen bestimmt - in der Nachbarschaft größtenteils schon abgeerntet ist, hält sich das Schwarzwild nun an diesen Früchten. Den Schaden, die die Tiere auf den Maisfeldern des Goderner Landwirts bereits angerichtet hat, lässt sich zwar nicht konkret beziffern. Helms schätzt die Schadenssumme aber auf mehrere tausend Euro. Einen kleinen Lichtblick gibt es: Volker Helms hat seinen Verlust bei der Wildschadensaus gleichskasse des Landkreises Ludwigslust-Parchim gemeldet. Sie werde ihm zumindest einen Teil der Schadenssumme ersetzen, erklärt er.

Dem Jäger in diesem Revier hat der Landwirt schon vor einiger Zeit sein Leid geklagt. Aber Helms weiß selbst, dass Abhilfe schwer möglich ist. "Der Jäger kann nicht einfach mit seinem Gewehr am Rand des Maisfeldes stehen und auf die Wildschweine zielen. Er muss ja auch schauen, wo das Feld liegt, ob ein Wanderweg entlangführt oder gar ein Wohngebiet in der Nähe ist. Denn dann könnte etwa ein Querschläger fatale Folgen haben."

Schon im Vorjahr hatte der Goderner Mais angebaut. "Da gab es solche Schäden nicht", erinnert er sich. Im Vorjahr aber, so erzählt er weiter, hätten die Tiere im Wald auch ausreichend Futter gefunden. Die Eichenbäume trugen reichlich Früchte, und Eicheln gehören zur Lieblingsnahrung der Schwarzkittel. In diesem Jahr gäbe es weniger Eicheln.

Mit seiner Getreideernte ist Volker Helms im Großen und Ganzen zufrieden. Allerdings verzeichnete er bei Winterroggen Ertragseinbußen von einem Drittel bis ein Viertel im Vergleich zu normalen Ernten - bedingt durch die frühe Trockenheit. Bei Raps und Weizen, die der Goderner ebenfalls angebaut hatte, seien die Erträge durchschnittlich.

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