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Schweriner Sportstätten : Wilde Jagd über den Kamelhöcker

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Alte Sportstätten in Schwerin: In den Lankower Bergen dröhnten von 1956 bis 1975 die Motoren

svz.de von
erstellt am 03.Aug.2017 | 12:00 Uhr

Fußball, Handball, Volleyball: In der Landeshauptstadt wird viel Sport getrieben und das oft sogar erfolgreich. Ob in der Palmberg-Arena, auf dem Lambrechtsgrund oder im Sportpark Lankow – überall springen, hüpfen, laufen große und kleine Schweriner. Doch die Stadt hat auch zahlreiche Sportstätten, die in Vergessenheit geraten oder mittlerweile für andere Veranstaltungen genutzt werden, wie die Lankower Berge.

Am westlichen Ufer des Lankower Sees geht es heute ruhig zu. Schweriner nutzen die idyllische Natur zu Erholung und Entspannung. Das war nicht immer so. Zwischen 1956 und 1975 dröhnten hier die Motoren, wurden Sand und Staub aufgewirbelt, denn in den Lankower Bergen fanden Motocross-Rennen statt.

Mehr als 8000 Zuschauer kamen am 22. Juli 1956 am Lankower See zusammen, um die Premiere der Moto-Cross-Veranstaltung in Schwerin zu erleben. Und sie hatten Grund zum Jubel, denn die einheimischen Fahrer kamen gut mit dem abwechslungsreichen Kurs zurecht. Hans Grunberg belegte in der Klasse fünf den dritten Platz, Dieter Boche kam in der Klasse vier auf den zweiten Rang, ebenso wie Dieter Laumann in der Klasse A. Insgesamt wurden Vorläufe und Finals in fünf Rennkategorien ausgetragen.

Da die Piste in einer Endmoränenlandschaft lag, erwarteten die Motocrosser steile Auf- und Abfahrten, teilweise bis zu 25 Grad auch „Kamelhöcker“ genannt, sowie Spitzkehren und eine Schlammdurchfahrt. Etwas mehr als einen Kilometer war die Strecke lang, die es zu absolvieren galt.

Auch bei der zweiten Auflage der Moto-Cross-Veranstaltung am 18. August 1957 sahen die 5000 Schaulustigen packende Rennen und wieder Schweriner auf dem Treppchen. Die Klasse A war mit den drei Erstplatzierten Karl-August Rieckhoff, Jonny Dobbertin und Dieter Laumann fest in einheimischer Hand, in der Klasse B wurde Lokalmatador Jürgen Koch erster, Günter Pommerening aus Schwerin landete auf dem dritten Platz.

In den folgenden Jahren wurde die Erfolgsgeschichte der Veranstaltung fortgeschrieben, mehrere tausend Zuschauer kamen zu den Motocross-Rennen in die Lankower Berge. Am 1. Mai 1958 fanden hier die Deutschen Meisterschaften statt, 1970 wurden auf der Strecke mit den Kamelhöckern sogar die Weltmeisterschaften im Motocross ausgetragen. Fünf Jahre später war jedoch Schluss, da sich die Nutzung des Geländes als Rennstrecke negativ auf die Wasserqualität des Sees auswirkte.


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