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Zeitung für die Landeshauptstadt

15. Januar 2018 | 22:19 Uhr

Achtung : Wild auf Kollisionskurs

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schon jetzt zählt die Polizei 13 gemeldete Wildunfälle in der Landeshauptstadt und ermahnt zur Vorsicht während der Dämmerungszeit

svz.de von
erstellt am 07.Nov.2014 | 16:00 Uhr

Nässe, rutschiges Laub, Nebel und Dunkelheit – so zeigt sich der Herbst in diesen Tagen und behindert die Sicht damit erheblich. Dazu kommt der vermehrte Wildwechsel, der den Autofahrern zusätzlich das Leben erschwert. Gerade während der Zeit zwischen 17 und 0 Uhr und morgens zwischen 5 und 8 Uhr wechseln die Waldbewohner die Straßenseite.

„Im Stadtbereich Schwerin sind besonders die Gebiete rund um den Paulsdamm gefährdet. Hier kreuzen viele Rehe, aber auch Wildschweine die Fahrbahn“, berichtet Stadtjägermeister Hans Hovemann. Die Schweriner Polizei zählt bisher 13 gemeldete Unfälle mit Wildbeteiligung in diesem Jahr im Zuständigkeitsbereich der Beamten. Davon seien allerdings lediglich drei Unfälle auf dem Paulsdamm passiert. Zum Vergleich: Für 2013 sind insgesamt 24 Unfälle mit Wildbeteiligung aktenkundig. Die meisten Schadensfälle sind auf den Zufahrtsstraßen in die Landeshauptstadt verzeichnet. Im gesamten Gebiet der Bundesrepublik zählte der „Deutsche Jagdverband“ im vergangenen Jahr mehr als 200 000 Wildunfälle – einige mit tödlichem Ausgang für Autofahrer. Es entstand ein Gesamtschaden von rund einer halben Milliarde Euro.

Dort, wo Schilder vor Wildwechsel warnen, gilt besondere Vorsicht: „Ein Tier am Straßenrand bedeutet, das meist noch weitere folgen. Dann gilt: Tempo verringern, Fernlicht ausschalten und hupen. Ist eine Kollision nicht zu vermeiden: Vollbremsung einleiten und Kollision in Kauf nehmen“, warnt die Polizei.

Der spektakulärste Unfall in diesem Jahr geschah auf der B 106, kurz hinter der ehemaligen Bundeswehrkaserne. Hier kam es zu einer Kollision mit einem Hirsch, der dabei in den Gegenverkehr geschleudert wurde und dort mit einem Lkw zusammenstieß. Beide Fahrzeuge waren nicht mehr fahrbereit. Die Fahrzeugführer sind glimpflich davon gekommen.

Doch warum kreuzen Rehe und Wildschweine eigentlich die Fahrbahn? Ganz einfach: Im Herbst ist Paarungszeit. Aus diesem Grund machen sich die Tiere auf die Suche nach einem geeigneten Partner, um den Fortbestand der Gattung zu sichern - dabei kommen sich Tier und Mensch gelegentlich in die Quere.

Vorbeugend sei immer eine vorsichtige, vorausschauende Fahrweise sinnvoll, rät der Deutsche Tierschutzbund. So lange herannahende Fahrzeuge nicht schneller als 50 bis 60 Kilometer pro Stunde fahren, hätten Wildtiere zumindest noch eine Chance zur Flucht. Kommt es trotz aller Vorsicht zu einem Wildunfall, sei umgehend die Unfallstelle abzusichern und die Polizei zu informieren.

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