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Sopranistin Eva Lind: Gesicht der Schlossfestspiele 2012 : Wiener Charme im Zirkuszelt

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Sie debütierte mit 19 Jahren in der „‚Zauberflöte“, sie hat auf fast allen großen Bühnen der Welt gesungen – und nun gastiert sie in Schwerin. Die österreichische Sopranistin Eva Lind ist der Star der Schlossfestspiele.

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erstellt am 15.Feb.2012 | 07:46 Uhr

Schwerin | Zirkusmagie und Zauber der Oper - wer sie zugleich heraufzubeschwören vermag, dem sollte doch das Publikum zu Füßen liegen, oder? Jedenfalls sieht es so aus, als hätte das Schweriner Theater mit dem Konzept für die Schlossfestspiele 2012 all die Zutaten beisammen, die diese kommende Open-Air-Saison zu einer Legende reifen lassen könnten. Es bedarf dazu noch nicht einmal eines Elefanten wie weiland bei "Aida".

Obwohl Open-Air auf dem Alten Garten nur bedingt richtig ist. Die Idee ist so frappierend überzeugend wie einmalig - und zwar weltweit einmalig, wie Generalintendant Joachim Kümmritz und Regisseur Peter Lotschak gestern mehrmals beteuerten: den "Bajazzo", Leoncavallos unsterbliche Oper über die verzweifelte Liebe des Clowns Canio zu seiner jungen, leichtlebigen Frau Nedda, in einem Zelt auf dem Alten Garten aufzuführen. In einem riesigen Zirkuszelt, das Publikum und Bühne, Staatskapelle und Zirkusmusiker, Artisten, Sänger, Chöre und Statisten zugleich fassen kann. Und nicht in irgend einem Zirkuszelt, sondern im größten Zelt des berühmten Zirkus Roncalli, dessen Jongleuere, Boden- und Luftakrobaten in der Manege und unter der Kuppel Opernhandlung und Zirkusmilieu miteinander verschmelzen werden.

Wie ein Magier auf der Insel Alter Garten

Und als wäre all das noch nicht attraktiv genug, gelang es dem Schweriner Theater, die renommierte österreichische Sopranistin Eva Lind für die Partie der Nedda zu gewinnen. Auch für sie wird das Abenteuer "Bajazzo", wie sie gestern verriet, eine Premiere in mehrfacher Hinsicht sein. Zum ersten Mal in ihrer international erfolgreichen Karriere, die sie von der Wiener Staatsoper über viele große Opern- und Konzerthäuser der Welt führte, wird sie die Nedda singen. Auch in einem Zirkuszelt sei sie noch nie aufgetreten, obwohl sie mit ihrer ARD-Sendung "Straße der Lieder" oder den "Galanächten der Operette" durchaus Erfahrungen mit der leichteren Muse hat. Schwerin hat die Sängerin gestern zum ersten Mal besucht, um sich auch den Alten Garten anzuschauen, auf dem sich im Sommer das gewaltige Chapiteau samt Zirkusstadt mit Wohnwagen ausbreiten wird. Ihr Urteil: "Entzückend!"

Sie war, verrät Eva Lind, sofort Feuer und Flamme, als sie von der Idee der Schweriner Theaterleute hörte und habe sofort zugesagt. Die Figur der Nedda sei wunderschön und psychologisch spannend, weil "sie den Zirkus liebt und sich zugleich eingesperrt fühlt". Sie freue sich auf den "Bajazzo", so die zierliche Sopranistin. Für die drei Monate, die sie bei den Schlossfestspielen proben und auftreten wird, will sie sich eine Wohnng in Schwerin nehmen.

Da auch Regisseur Peter Lotschak, der in Schwerin schon "La Traviata", "Der Troubadour" und "Die Macht des Schicksals" inszeniert hat, ein Wiener ist, wird so zumindest im Sommer die österreichische Gemeinde in der Landeshauptstadt beträchtlich wachsen.

Lotschak, der bereits mit dem Zirkusdirektor von Roncalli, Bernhard Paul, zusammengearbeitet hat, freut sich auf die gemeinsamen Proben von Theater- und Zirkusleuten, auf die "faszinierende Begegnung von Opern- und Zirkuswelt" aus der für das Publikum ein großer Abend wachsen werde. Damit das gelingt, will er versuchen "wie ein Magier auf der Insel Alter Garten zu zaubern".

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