Erhebung des Bundesamtes für Naturschutz : Wieder mehr Kegelrobben vor Mecklenburg

Foto: Jens Büttner
Foto: Jens Büttner

Kegelrobben fühlen sich zunehmend wieder in den Ostseegewässern vor MV heimisch. Nach einer aktuellen Bestandserfassung leben in den Gewässern um Rügen rund 50 bis 60 Tiere.

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23. Mai 2013, 09:32 Uhr

Stralsund | Kegelrobben fühlen sich zunehmend wieder in den Ostseegewässern vor Mecklenburg-Vorpommern heimisch. Nach einer aktuellen Bestandserfassung des Bundesamtes für Naturschutz leben in den Gewässern um Rügen rund 50 bis 60 Tiere - davon 30 allein im Greifswalder Bodden. "Vor zehn Jahren haben wir im Winter drei bis vier Tiere gesehen", sagte der Wissenschaftliche Direktor für Meeresnaturschutz am Bundesamt für Naturschutz (BfN), Henning von Nordheim. Die Entwicklung sei erfreulich, weil die Meeressäuger ihren angestammten Lebensraum zurückeroberten.

Allerdings erfüllte sich die Hoffnung der Forscher auf ein erstes Robbenbaby in diesem Jahr noch nicht. Liegeplätze gebe es zwar ausreichend, sagte von Nordheim. Aber die würden von den Tieren noch nicht angenommen. Der Meeresbiologe zeigte sich aber optimistisch, dass in den kommenden Jahren mit dem ersten Robbenbaby an der deutschen Ostseeküste zu rechnen ist. Die dafür erforderlichen Lebensraumvoraussetzungen seien gegeben.

"Auf Helgoland hat es auch Jahre gedauert, bis die Tiere Nachwuchs zur Welt gebracht haben." Beeindruckend sei, dass die Robben dort an Badestränden lägen und sich nicht von Touristen stören ließen. Eine Geburt werten Wissenschaftler als Durchbruch bei der Rückkehr der Tiere. Der Grund: Kegelrobben kehren immer wieder an ihre Geburtsorte zurück.

Innerhalb der vergangenen 15 Jahre hat sich die Population der Kegelrobben durch verbesserte Lebensbedingungen von rund 10 000 auf 25 000 Tiere in der Ostsee erhöht. Die Tiere leben vorrangig in der nördlichen und zentralen Ostsee, bewegen sich aber inzwischen langsam in ihren früheren Lebensraum an der südlichen Ostseeküste vor. Bei den Kegelrobben in deutschen Gewässern handele es sich vor allem um Jungbullen und -weibchen. Westlich vom Darß kommen Kegelrobben bislang nicht vor. Möglicherweise sei damit auch gar nicht zu rechnen, sagte von Nordheim. Bereits früher sei die "Darßer Schwelle" die natürliche Verbreitungsgrenze gewesen.

Nach Einschätzung von Nordheim hat die Rückkehr der Kegelrobben bislang zu keinen größeren Konflikten mit der Fischerei geführt. Der BfN-Fachmann plädierte allerdings dafür, den Stubber - eine Untiefe im Greifswalder Bodden - auf einer Fläche von 100 Quadratmetern wieder aufzutragen. Der Stubber war vor seinem Abbau früher ein beliebter Robben-Liegeplatz und wäre gut für den Fellwechsel und als Gebärplatz geeignet, sagte von Nordheim.

Das Agrarministerium erteilte diesem Wunsch eine Absage. Maßnahmen wie eine Aufspülung der Untiefe Stubber sollen nur im Einklang mit den Interessen der Fischerei realisiert werden, so das Ministerium. Die Fischer sind gegen eine Aufspülung, weil sie um ihre Fanggebiete fürchten.

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