Lautstärke : Wieder Lärm um Barbetriebe

Das „Headbangers“ in der Mecklenburgstraße 63 befindet sich mitten in der Innenstadt.
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Das „Headbangers“ in der Mecklenburgstraße 63 befindet sich mitten in der Innenstadt.

Nach Lärmbeschwerden und einer Demonstration für eine Szene-Kneipe in der City ist die Stadtverwaltung sensibilisiert

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04. März 2014, 07:00 Uhr

Laute Musik bis in die Morgenstunden, grölende Rauchergruppen vor den Kneipeneingängen und randalierende Trinker – diese Szenen sind typisch für die Hamburger Reeperbahn, Schwerin ist davon allerdings weit entfernt. Dennoch kämpfen Bars, Szene-Kneipen und Clubs in der Innenstadt immer wieder mit Lärmbeschwerden aus der Nachbarschaft. Aktuellstes Beispiel ist das „Headbangers“ in der Mecklenburgstraße 63 (SVZ berichtete). Am vergangenen Sonnabend trugen etwa 100 Demonstranten symbolisch einen weißen Sarg durch die Innenstadt. Grund sind erneute Schwierigkeiten, mit denen Inhaber Heiko Steinmüller kämpft. Ursprünglich wollte er das „Headbangers“ schließen und in der Goethestraße eine neue Szene-Bar eröffnen. Doch die Stadtverwaltung fordert auch dort u.a. ein Lärmschutzgutachten. „Es ist absolut unmöglich, die geforderten Gutachten zeitnah zu erbringen. Überall dieselbe Antwort: Wartezeiten von zwei bis drei Monaten“, schrieb Heiko Steinmüller alias „Steini“ Ende Februar auf seiner Facebook-Seite.

Doch nach mehreren negativen Erfahrungen in den vergangenen Jahren ist auch die Stadtverwaltung eigenen Angaben zufolge vorsichtig geworden, was Genehmigungen betrifft. Der notwendige Bauantrag für den neuen Standort in der Goethestraße war erst vor rund zwei Wochen in der Verwaltung eingetroffen. Tägliche Öffnungszeiten bis zur in Schwerin geltenden Sperrfrist um 5 Uhr morgens und Live-Musikveranstaltungen seien darin laut Stadtverwaltung beantragt worden. „Dafür benötigen wir ein Lärmschutzgutachten“, sagte ein Sprecher gegenüber unserer Zeitung. Solche Gutachten sind sowohl für die Stadt als auch für den Bar-, Club- oder Kneipenbetreiber eine rechtliche Betriebsgrundlage und eine Art Schutzwall gegen Lärmbeschwerden aus der Nachbarschaft. Dann müsse ein Nachweis erbracht werden, dass die gemessenen und gesetzlich festgelegten Werte überschritten werden würden. So lange dieses Papier nicht vorliegt, herrscht in der Goethestraße „Baustopp im neuen Laden“, wie es auf der „Headbangers“-Facebook-Seite weiter heißt.

Der neue Standort befindet sich in einem so genannten Mischgebiet, in dem durchaus eine Bar betrieben werden darf. Allerdings handelt es sich um ein Jugendstilhaus, das an die Kneipen-Nutzung angepasst, also umgebaut werden muss. Das bedeutet unter anderem Lärmdämmungen in den Räumen, als auch zwei Rettungswege aus dem Gebäude heraus. Bis jetzt erfüllt Inhaber Heiko Steinmüller nach Angaben der Verwaltung noch nicht alle Voraussetzungen, befinde sich aber auf einem guten Weg. Die Türen des Klubs in der Goethestraße bleiben geschlossen, dagegen öffnet das „Headbangers“ in der Mecklenburgstraße weiter. Die Stadtverwaltung bestätigt, dass das „Headbangers“ nicht der einzige Barbetrieb ist, über den sich Schweriner in jüngster Zeit beschwert haben.

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