Hingucker für Schwerin : Wie wird das Kulturforum zeitgemäß?

Gesprächsrunde im Schleswig-Holstein-Haus: Leiterin Antje Schunke (2.v.l.) und Ex-Baudezernent Axel Höhn (M.) diskutierten mit Studeneten.  Fotos: Schüttpelz (2)
Gesprächsrunde im Schleswig-Holstein-Haus: Leiterin Antje Schunke (2.v.l.) und Ex-Baudezernent Axel Höhn (M.) diskutierten mit Studeneten. Fotos: Schüttpelz (2)

Studenten erarbeiten Ideen für Umgestaltung des Schleswig-Holstein-Hauses und diskutieren sie mit Kulturinteressierten

von
10. April 2017, 12:00 Uhr

Ein Glasvorbau am Schleswig-Holstein-Haus bis direkt an den Gehweg der Puschkinstraße heran, ein großes Café im Gebäude, ein Springbrunnen mit Bänken vor dem Haus – das sind einige studentische Ideen, um die Anziehungskraft des städtischen Kulturforums zu erhöhen. Denn die Attraktivität des Schleswig-Holstein-Hauses muss verbessert werden, ist sich die Stadtpolitik einig.

Vor zwei Jahren wurde ein Modernisierungskonzept beschlossen, im vergangenen Jahr die Leitung des Hauses neu besetzt. Doch die Neuerungen haben keinen Durchbruch gebracht. Deshalb haben jetzt Studenten der Hochschule Wismar Vorschläge für ein modernes Kulturforum der Landeshauptstadt erarbeitet und ausgestellt.

Dies hat Antje Schunke, die Leiterin des Schleswig-Holstein-Hauses, zum Anlass genommen, um in einem Bürgerforum mit interessierten Schwerinern darüber zu diskutieren. Ins Podium hatte sie sich neben den Studierenden auch den langjährigen Baudezernenten der Landeshauptstadt Axel Höhn, der zu den Gründervätern des Kulturforums zählt, eingeladen. Es wurde eine interessante Diskussion, die sich im Spannungsfeld zwischen Denkmalschutz-Zwängen und visionären Ideen bewegte.

Die Studenten Linda Haupt, Max Grieshaber, Patrik Ehlert, Janice Bockstiegel und Hendrik Schmidt, die von den Professoren Gerd Baron, Annette Leyener und Henning Schellhorn betreut wurden, hatten verschiedene Entwürfe erarbeitet. Der markanteste: ein gläserner Erweiterungsbau an der Vorderfront. „Der wäre vom Denkmalschutz wahrscheinlich vertretbar, würde zugleich Aufmerksamkeit erregen und wäre funktional, weil vielfältig nutzbar, etwa für Lesungen oder Konzerte. Es gäbe aber auch Nachteile, etwa schwierige Wärmedämmung“, fasste Höhn zusammen.

Unbedingt wünschenswert ist nach Ansicht der Studenten und von Antje Schunke ein Café. Das Problem: Die Stadt kann nicht Betreiber sein, und es wird – um Wirtschaftlichkeit zu sichern – mehr Raum als beim Vorgängermodell benötigt. Das scheint aber machbar. Die Studenten jedenfalls hatten viele Ideen.

Einigkeit herrschte im Forum auch beim Thema Vitalisierung des Vorplatzes. Sitzgelegenheiten sind dort unbedingt notwendig, ebenso eine freundlichere, einladendere Struktur.

Erfolgversprechende Ideen – doch welche und wie können sie realisiert werden? „Wir sollten das Thema bei der nächsten Kulturwerkstatt diskutieren und Schlussfolgerungen und Arbeitsaufgaben für die Verwaltung formulieren“, regte Kulturbüro-Leiter Dirk Kretzschmar an. „Architekten brauchen klare Ansagen, was sie wie planen sollen und welchen finanziellen Rahmen es gibt. Das muss vor der Auftragserteilung fest stehen. Die Ideen der Studenten können nur all Anregung dienen“, stellte Höhn klar. Kretzschmar versprach, Veränderungen voranzutreiben.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen