Ideen für Schwerins Freilichtmuseum : Wie weiter mit Mueßer Museum?

Kontaktpflege: Museumsdirektorin Gesine Kröhnert und Mitarbeiter Fred-Ingo Pahl (l.) im Gespräch mit Ortsbeiratschef Hasko Schubert Foto: Bert Schüttpelz
Kontaktpflege: Museumsdirektorin Gesine Kröhnert und Mitarbeiter Fred-Ingo Pahl (l.) im Gespräch mit Ortsbeiratschef Hasko Schubert Foto: Bert Schüttpelz

Kommunalaufsicht bemängelt fehlendes Konzept für Investitionen, doch Stadt hat umfassende Planungen bereits in der Schublade

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22. August 2016, 05:00 Uhr

Das Freilichtmuseum für Volkskunde in Mueß hat alljährlich mehr als 20 000 Besucher, kann diese Zahlen aber seit Jahren nicht mehr entscheidend steigern. Soll die touristische Attraktivität erhöht werden, sind grundlegende Veränderungen notwendig. Doch die erfordern Investitionen. Diesen will die Kommunalaufsicht aber nur dann zustimmen, wenn die verschuldete Landeshauptstadt ein tragfähiges Konzept vorlegt. Das ist eigentlich längst fertig. Der Kern, eine mehr als 60-seitige Wirtschaftlichkeitsberechnung, liegt lange vor. Anfang September soll nun die detaillierte Konzeption dem Land vorgelegt werden.

Die Federführung für die Planungen hat Marlies Bachmann von den Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen Schwerin (SDS). Sie erläutert gern schon vorab die Eckpunkte. „Wir haben 2015 eine entsprechende Machbarkeitsstudie erarbeiten lassen, die generell nur Maßnahmen enthält, die auch förderfähig sind. Denn aus eigener Kraft kann die Stadt die millionenschwere Investition nicht stemmen“, sagt Bachmann. Im Kern gehe es darum, Mueß als Knotenpunkt im Radrundweg „Residenzensemble Schwerin“ auszubauen und die Revitalisierung des Museum für touristische Nutzung voranzutreiben. Das soll auf drei Ebenen passieren: Die Präsentation von Geschichte und Volkskunde ausbauen, das Ufer öffentlich zugänglich machen und als Tourismusmagnet entwickeln und drittens das Freilichtmuseum als Bildungsstätte für Naturschutz am Schweriner See etablieren.

Das erfordert grundlegende Veränderungen. Ebene 1: Am westlichen Rand des Museumsgeländes wird ein öffentlicher Weg zum Seeufer geschaffen. Dort unten können sich Gastronomie und Handel ansiedeln, ein Anleger für die Weiße Flotte und andere Boote wird gebaut, eine Brücke über die Mueßer Bucht zum Franzosenweg erhöht die touristische Attraktivität. Der Durchgang zum Fischereihof wird geöffnet.

Ebene 2: In die ehemaligen Magazingebäude nördlich außerhalb des Museums sollen dessen Leitung und das Archiv umziehen, in die beiden frei werdenden Gebäude im Museumsdorf käme die Wossidlo-Ausstellung.

Ebene 3: Die Eingangssituation des Museums wird grundlegend verändert. Im Hang an der Alten Crivitzer Landstraße entsteht ein Funktionsgebäude, das zugleich die Naturschutzbildung aufnimmt. Diese beinhaltet auch die Einbeziehung von Kaninchenwerder mit einer eigenen Fährverbindung.

Zur Lösung des Parkplatzproblems sollen die Stellplätze in der Crivitzer Landstraße geordnet, weitere auf der Wiese und in der Lomonossowstraße angelegt werden.

In mehreren Workshops wurden die einzelnen Punkte auch mit Ortsbeiratsvertretern diskutiert. „Uns liegt die Weiterentwicklung des Museums sehr am Herzen“, sagt dessen Vorsitzender Hasko Schubert und ergänzt: „Ohne Visionen kommen wir nicht weiter.“

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