Schwerin-Lankow : Wie weiter mit der Schwimmhalle?

Von der Stadtpolitik so beschlossen: Die Lankower Schwimmhalle wird abgerissen. Deshalb lehnt sie den Denkmalstatus ab.
Von der Stadtpolitik so beschlossen: Die Lankower Schwimmhalle wird abgerissen. Deshalb lehnt sie den Denkmalstatus ab.

Denkmalantrag für Gebäude aus den 70er-Jahren stößt bei Kommunalpolitikern auf Unverständnis

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10. April 2015, 12:00 Uhr

Kopfschütteln bei der Stadtpolitik. Im Hauptausschuss sorgte der vom Landesamt verfügte Denkmalschutz für die Lankower Schwimmhalle für Unverständnis. „Die Unterschutzstellung ist an den Haaren herbeigezogen“, sagte CDU-Stadtvertreter Gert Rudolf. „Als die Halle auf dem Dreesch abgerissen wurde, scherte sich niemand darum.“ Außerdem gäbe es ein Junktim, so Linken-Fraktionschef Henning Foerster. „Wir haben beschlossen, dass es den Neubau der Dreesch-Schwimmhalle nur gibt, wenn auch die in Lankow abgerissen wird.“ Ohne Nutzung werde die Lankower Halle durch Vandalismus bald eine Ruine sein. Und der Finanzausschussvorsitzende Bernd Schulte forderte, dass das Land den Unterhalt der Halle bezahlt, wenn sie erhalten werden solle. Schließlich habe die Landesdenkmalbehörde den Schutz verfügt.

Warum die Lankower Schwimmhalle gerade jetzt unter Denkmalschutz gestellt wurde, konnten die Hauptausschussmitglieder überhaupt nicht verstehen. „Seit mehr als fünf Jahren diskutieren wir über die Schwimmhallen in der Stadt“, so Schulte. „Es bestand immer Klarheit, dass es finanzpolitisch keine Alternative zum Abriss gibt.“ Allein der lange Verfahrensweg sei schon Anlass genug für einen Widerspruch gegen den Denkmalschutz.

Diesen Widerspruch will nun Baudezernent Bernd Nottebaum auf den Weg bringen. „Derzeit nehmen wir verwaltungsintern eine Bewertung des Schutzstatus vor. In der Sache kann man sicherlich streiten.“ Er will aber auf jeden Fall Widerspruch einlegen. „Dann muss der Bildungsminister entscheiden.“

Chancenlos wäre so ein Widerspruch nicht, bestätigte der amtierende Landeskonservator Dirk Handorf auf SVZ-Anfrage. Wenn die Landeshauptstadt plausibel nachweisen könne, dass Erhalt und Pflege des Denkmals für sie nicht zumutbar sei, wäre neu zu entscheiden. Zuvor müsse aber gründlich geprüft worden sein, ob es Alternativen gäbe wie etwa den Verkauf des Gebäudes. Denn die Stadt selbst müsse nicht Eigentümer des Denkmals sein, sondern dessen Erhalt sichern.

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