Schweriner Museum : Wie weiter mit dem Stadtmuseum?

So könnte der Eingang eines Museums in der Alten Brauerei einmal aussehen.  Grafik: Schelfbauhütte
So könnte der Eingang eines Museums in der Alten Brauerei einmal aussehen. Grafik: Schelfbauhütte

Ein Konzept liegt vor und wird von der Kommunalpolitik positiv bewertet – Standort und Finanzierung sind aber noch völlig offen

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06. April 2017, 21:00 Uhr

Wie geduldig ist Papier? Seit Wochen wird in der Stadtpolitik ein Konzept für ein neues Stadtgeschichtsmuseum diskutiert. Dass Schwerin eine solche Einrichtung haben sollte, wird in den Ausschüssen der Stadtvertretung allgemein bejaht. Und das Konzept, das Norbert Credé, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Volkskundemuseums, erarbeitet hat, wird für gut befunden. Doch selbst wenn das Konzept letztendlich von der Stadtvertretung beschlossen wird – ein Stadtgeschichtsmuseum bekommt Schwerin damit noch lange nicht. Die Knackpunkte: der Standort, das Personal, die Finanzen.

„Das Beste wäre es, wenn alle Bereiche eines solchen Museums an einem Standort wären“, sagt Norbert Credé. Magazine, Ausstellungsräume, Bibliothek, Archiv, Besucherservicebereich, Veranstaltungsbereich, Verwaltung, Werkstatt, Materiallager – für all das würden zusammen jedoch rund 4200 Quadratmeter benötigt. Dafür eine Immobilie zu finden, wird schwierig, sagt Credé. Im Speicher in der Röntgenstraße stünden 1500 Quadratmeter zur Verfügung. Das würde reichen für die Ausstellung und ein Schaudepot. Magazine, Werkstätten müssten anderswo untergebracht werden. Auch das Perzinahaus ging, wenn auch der marode Anbau auf dem Hof genutzt oder durch einen Neubau ersetzt werden kann. Dann gibt es noch das Angebot von Architekt Ulrich Bunnemann, die alte Schall-und-Schwenke-Brauerei zu mieten. „Am besten wäre natürlich ein kompletter Neubau“, sagt der Museumsmitarbeiter. „Aber die Stadt ist ja weitgehend zugebaut.“

Wo auch immer ein Stadtgeschichtsmuseum hinkommt – es wird Geld kosten. Eine Summe von fünf Millionen Euro Minimum schwebt im Raum. So viel müsste in den Speicher gesteckt werden und auch ins Perzinahaus. Und ein Neubau? In einfacher Ausführung müsste der noch nicht einmal fünf Millionen Euro kosten, meinen Experten. Nur – die Stadtkassen sind leer, die Schuldenuhr im Stadthaus zeigt mehr als 225 Millionen Euro an Verbindlichkeiten an – und ein Stadtgeschichtsmuseum ist eine freiwillige Leistung. Selbst wenn die Stadt einen Kredit für die Einrichtung einer solche Einrichtung aufnehmen dürfte, blieben immer noch die laufenden Kosten. Norbert Credé etwa listet sechs Mitarbeiter als Mindestausstattung auf. Dazu kämen Honorarkräfte und der Besucherdienst. Das könnte sich auf mehr als eine halbe Million Euro im Jahr summieren. Doch wo soll dafür an anderer Stelle gestrichen werden?

Norbert Credé drängt trotzdem darauf, dass sein Konzept für ein Stadtgeschichtsmuseum möglichst schnell von den Stadtvertretern verabschiedet wird. „Dann hätte ich eine Grundlage, um mit dem Land zu verhandeln.“ Credé hofft auf Unterstützung der Landesregierung in Form von Fördermitteln.

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