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Leinenzwang in Schwerin - auch Politik uneins : Wie viele Hunderegeln brauchen wir?

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Schwanzwedeln oder Knurren? Wie schon unter unseren Lesern sorgt der Entwurf der neuen Hundeverordnung auch bei Politikern für geteilte Meinungen. Insbesondere der Leinenzwang im gesamten Stadtgebiet ist umstritten.

svz.de von
erstellt am 07.Mär.2012 | 08:38 Uhr

Schwerin | Schwanzwedeln oder Knurren? Etwa 285 Euro - so viel Verwarngeld haben Hundehalter im vergangenen Jahr gezahlt, weil sie ihre Vierbeiner nicht an der Leine hatten. "Wir wollen niemanden unnötig reglementieren", sagt Ordnungsamtsleiterin Gabriele Kaufmann. Dennoch überarbeitete die Stadt ihre Hundeverordnung, die unter anderem Leinenzwang im gesamten bebauten Stadtgebiet vorsieht. Der Entwurf wird derzeit in den Fachausschüssen diskutiert. "Wir können die neue Verordnung beschließen und zur Kenntnis nehmen, sie wird nicht kontrolliert", sagt Stadtvertreter Manfred Strauß. Wie schon unter den SVZ-Lesern sorgt der Entwurf der neuen Hundeverordnung auch bei Politikern für geteilte Meinungen. "Große Tiere tragen oft keinen Maulkorb und bei manchen frei laufenden Hunde kann man wirklich Angst bekommen", sagt Erika Sembritzki von den Linken.

Besonders die großen Wohngebiete Großer Dreesch, Mueßer Holz, Lankow, Krebsförden und Weststadt sowie die Neubaugebiete wie beispielsweise Friedrichsthal, Warnitz oder Neumühle würden von der neuen Regelung profitieren, da nun auch diese Flächen unter einem generellen Leinenzwang stehen, erklärt Kaufmann weiter. Natürlich ziele die neue Regelung auch auf das subjektive Sicherheitsempfinden der Schweriner ab. Denn in den Großwohnsiedlungen halten viele Menschen die derzeitige Regelung für nicht ausreichend und fühlen sich gegenüber der Innenstadt benachteiligt. "Eine einheitliche Regelung innerhalb des gesamten Stadtgebietes würde dieses Problem lösen und gleichzeitig allen städtischen Hundehaltern Rechtssicherheit bieten", so Kaufmann.

Bis zu 5000 Euro drohen Hundehaltern bei Verstößen

Bei Zuwiderhandlung können Hundehalter nach deutscher Rechtsprechung mit bis zu 5000 Euro zur Kasse gebeten werden - "zum Beispiel wenn ein Hund einen Hund tot beißt", sagt Kaufmann. Aber solch ein Bußgeld sei in Schwerin noch nicht verhängt worden. "Doch allein im Jahr 2010/2011 spielten sich 11 von 13 Bissvorfällen zwischen Hund und Hund ab." Linke-Fraktionschef Gerd Böttger ist selbst betroffen: "Mein Hund ist bei solch einem Vorfall gestorben." Doch trotz seiner eigenen Erfahrung, sieht er die neue Hundeverordnung gespalten: "Das Problem ist schwer zu greifen, wenn nicht einmal alle Hundebesitzer Steuern zahlen."

Etwa 2600 Hunde sind in der Landeshauptstadt gemeldet und das Ordnungsamt kontrollierte im vergangenen Jahr etwa 700 Halter. Sie sind verpflichtet, die Steuerplakette entweder am Halsband ihres Vierbeiners zu befestigen oder mit sich zu führen. Wie viele Hunde "schwarz" in Schwerin leben, ist unklar. "Dennoch sollten wir nicht über die Köpfe der Hundebesitzer hinweg entscheiden, sondern auch sie einladen und um ihre Meinung bitten", sagt Karla Pelzer (SPD).

Den neuen Regelungen müssen in jedem Fall noch Stadtvertretung und Innenministerium zustimmen. So lange gelte die alte Verordnung, sagt Kaufmann. In der bestehe Leinenzwang in den Stadtteilen Altstadt, Feldstadt, Paulsstadt, Schelfstadt, Ostorf und Zippendorf, in den Naherholungsgebieten um den Ziegelinnensee und innerhalb eines 50 Meter breiten Streifens um den Ostorfer und Lankower See.

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