Kunst in Schwerin : Wie viel Nachhaltigkeit wollen wir?

Florian Wilk hängt die Collage „Waste“ auf.  Fotos: Klawitter (3)
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Florian Wilk hängt die Collage „Waste“ auf. Fotos: Klawitter (3)

Kulturprojekt im Marstall lädt ein zur Expedition in Ästhetik und Zukunftsfähigkeit - Schweriner können sich mit alten Stühlen beteiligen

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29. Juni 2016, 09:00 Uhr

Was haben alte Stühle mit Kunst zu tun? „Viel, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht“, sagt Projektmanagerin Simone Labs. Sie bereitet mit der „Initiative Ästhetik und Nachhaltigkeit“ eine Ausstellung im Marstall vor, die morgen eröffnet wird. Unter dem Motto „Zur Nachahmung empfohlen: Expeditionen in Ästhetik und Nachhaltigkeit“ werden mehr als 30 Arbeiten von Künstlern aus aller Welt zu globalen Problemen gezeigt.

Zu sehen sind ein mit Solarenergie betriebener elektrischer Stuhl aus den USA, Flüchtlingszelte, die Verwandlung von Autos in Fahrräder, Fotoarbeiten über Lebensmittelverschwendung, die Klanginstallation Sonnengesänge, niederländische Bruthilfen für Vögel, ein Fitnesstudio mit Wasserreinigungseffekt Fotoserien aus China, Peru, Taiwan oder Spanien, Installationen aus Indien, Israel oder Polen, Videoarbeiten aus Mexiko oder den USA, Vielfalt ist Trumpf.

„Leider finden zentrale Fragen der Menschheit wie das Flüchtlingsproblem, die Erderwärmung, die Umweltverschmutzung, die Endlichkeit der Ressourcen oder der Verlust der Artenvielfalt relativ wenig Reflexion in der Kunst“, resümiert Labs. Dagen setzt die Initiative Ästhetik und Nachhaltigkeit ihre Wanderausstellung. Eines der Projekte rankt sich um Stühle. „Die Schweriner können alte intakte Stühle in den Marstall bringen. Die Stühle werden von Künstlern aufgemöbelt und dann als Unikate zum Verkauf angeboten. Der Erlös kommt dem Netzwerk zugute. Angenommen werden die Stühle während der Ausstellung vom 30. Juni bis 11. September dienstags bis sonntags von 12 bis 18 Uhr“, sagt Simone Labs.

Begleitprojekte sind Diskussionen über Kreativwirtschaft am 4. Juli und über Wertschöpfung durch Kunst am 26. August, ein Nachhaltigkeits-Nähworkshop mit Lesung am 6. Juli, ein Flüchtlingslager zum Mitbauen am 9. Juli, ein Projekt zum Thema Lebensmittelverschwendung am 17. Juli oder Spezialführungen für Schulklassen.

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