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Feuer in der Schweriner Laufhalle : Wie die Kripo den Brandstifter fasste

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Feuer in der Laufhalle: Der 22-jährige Tatverdächtige soll auch Fußballer in Gefahr gebracht haben, die gerade im Gebäude trainierten. Wie ist die Polizei dem Täter auf die Spur gekommen? Jetzt nannte die Kripo Details.

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erstellt am 21.Aug.2013 | 06:05 Uhr

Schwerin | Der 22-jährige Schweriner, der unter dringendem Tatverdacht steht, Ende März die Laufhalle am Lambrechtsgrund angezündet zu haben, sitzt nach Angaben von Oberstaatsanwalt Stephan Hagemann weiter in Untersuchungshaft in Bützow. Vor rund zwei Wochen hatte das Schweriner Amtsgericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen den Mann erlassen (wir berichteten). Wie ist die Polizei dem Tatverdächtigen auf die Spur gekommen? Im Gespräch mit unserer Zeitung nannte die Kripo der Landeshauptstadt jetzt Details.

"Wir haben insgesamt rund 200 Be fragungen und Vernehmungen durchgeführt, umfangreiche Spuren gesichert und in 16 Richtungen ermittelt", sagte der Leiter des Schweri ner Kriminalkommissariates, Jörg Ninnemann. Im Verlauf der Untersuchungen habe die Kripo dann auch den Hinweis erhalten, dass der 22-jährige Schweriner als Brandstifter in Betracht kommen könnte, schilderte Jens Fuhrmann von der Ermittlungsgruppe Häufig- und Intensivtäter, der gemeinsam mit seinen Kollegen Doreen Flack und Detlef Knaebe maßgeblich am Erfolg der Ermittlungen be teiligt war.

Recherchen der Polizei im Umfeld des 22-Jährigen hätten ergeben, dass sich der Schweriner gegenüber Zeugen sogar gerühmt habe, das Feuer am 24. März gelegt zu haben, so Fuhrmann. Videomaterial aus einer benachbarten Dis kothek zeige außerdem, wie der Tat verdächtige das Tanzlokal am Tag des Brandes gegen 6.30 Uhr in Richtung Laufhalle verlasse. Nach Erkenntnissen der Polizei soll der 22-Jährige in der Halle zunächst nach Wertgegenständen gesucht und danach Kunststoffmatten der Hochsprunganlage angezündet haben. Dabei habe er billigend in Kauf genom men, dass sich zum Zeitpunkt der Brandstiftung eine Gruppe von zehn Fußballern im Gebäude aufgehalten habe , so der Vorwurf. Sofort nach Bemerken des Feuers hätten die Sportler die Halle verlassen.

Der 22-Jährige hat sich nach Angaben von Fuhrmann bisher nicht zum Geschehen geäußert. Er sei in der Ver gangenheit aber schon wiederholt po lizeilich in Er scheinung getreten, al lerdings nicht wege n Brandstiftung, sondern durch Eige ntumsdelikte. Im Falle einer Ver urteilung drohten dem Beschul digten bis zu 15 Jahre Haft, so die Staats an waltschaft.

Bei dem Feuer brannte die erst vor zwei Jahren sanierte Laufhalle vollständig nieder. Schadenshöhe: rund drei Millionen Euro. Bis zum Dreesch war der dunkle Rauchpilz zu sehe n. Der Feuer wehr gelang es, ein Über greifen der Flammen ins beson dere auf die benachbarte Volleyball-Halle zu verhin dern. Die rund 40 Jahre alte Laufh alle, Trainingsstützpunkt für die Leistung s kader des Landes, war jedoc h nicht mehr zu retten. Voraussichtlich noch in diesem Jahr will die Stadt mit dem Bau einer neuen Halle beginnen. "Wir hoffen, dass uns die Versicherung mehr als den Zeitwert der abgebrannten Halle ersetzt", so Ober bürgermeisterin An gelika Gramkow .

"Die Öffentlichkeit hat an dem Brand großen Anteil genommen, dementsprechend hoch war auch der Erwar tungsdruck auf die Ermittler", berich tete Detle f Knaebe. Bis in die Nacht hätte n sie und ihre Kollegen während der siebenm onatigen Untersuchungen teilweise gearbeitet, berichtete seine Kollegin Doreen Flack, die für die Unterstützung durch die Bereitschafts po lizei dankte und die Zusam menarbeit mit Staatsanwaltschaft und Stadt lobte.

"Ich bin stolz auf den herausragenden Ermit tlungserfolg meiner Mitarbeiter", sagte Schwerins Polizeichef Ingo Renk. Die akribische Arbeit zur Aufklärung des Brandes der Laufhalle habe sich ausgezahlt.

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