Bauprojekt in Schwerin : Wie aus der Kaserne ein Hort wird

Breite Flure, hohe Fenster, alte Türen: Berge Dörner vom Gebäudemanagement und Kita gGmbH-Chefin Anke Preuß können sich gut vorstellen, wie das 145 Jahre alte, denkmalgeschützte Haus als moderner Hort aussehen kann.
Breite Flure, hohe Fenster, alte Türen: Berge Dörner vom Gebäudemanagement und Kita gGmbH-Chefin Anke Preuß können sich gut vorstellen, wie das 145 Jahre alte, denkmalgeschützte Haus als moderner Hort aussehen kann.

Nachdem Fördermittel bewilligt sind, beginnen die Planungen für den Umbau der Friedensstraße 4: Dort sollen 308 Kinder betreut werden

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10. September 2015, 12:00 Uhr

Die Fördermittel sind seit wenigen Tagen bewilligt, die Pläne für die alte Berufsschule in der Friedensstraße existieren schon länger: 308 Hort-Kinder sollen künftig in dem 1870 als Kaserne gebauten Haus betreut werden. Rund fünf Millionen Euro wird der Umbau kosten. Berge Dörner vom Zentralen Gebäudemanagement öffnete jetzt für SVZ die Türen der Friedensstraße 4.

Das denkmalgeschützte Haus muss für die neuen Zwecke komplett entkernt werden. „Nur die tragenden Wände bleiben stehen“, sagt Dörner. Fenster, Elektroinstallationen, Heizung, Wasser- und Sanitäranlagen werden neu angeschafft. An Stelle des Schornsteins – geheizt wird künftig mit Fernwärme – gibt es ein zweites Treppenhaus als Fluchtweg.

Seit mehr als zehn Jahren steht das Gebäude leer, Fenster und Türen im Erdgeschoss sind mit Metallplatten gesichert. Im Flur liegen Scherben, alte Gardinen hängen traurig über neuen Heizkörpern, Tapetenstücke sind abgerissen. In einigen Klassenzimmern gibt es noch Tafeln, andere sind komplett leer. Anke Preuß, Geschäftsführerin der Kita gGmbH, die den Mega-Hort betreiben will, sieht ganz andere Dinge, wenn sie das Haus betritt: die wunderschöne historische Treppe. „Das Geländer ist nicht hoch genug, da könnten Kinder drüberspringen. Und der Abstand zum Boden ist zu knapp, da könnten Kinder durchrutschen.“ Dennoch: Auf das Haus hat sie seit 2005 ein Auge geworfen, doch erst 2014 entschied sich die Stadtvertretung für einen Umbau zum Hort. Hintergrund: An Friedens- und Fritz-Reuter-Schule gibt es viel zu wenig Platz für eine vernünftige Hortbetreuung. Klassenzimmer müssen deshalb mitgenutzt werden. Kinder haben so kaum die Möglichkeiten, nach dem Unterricht richtig abzuschalten. 284 Hortkinder betreut die Kita gGmbH aktuell an der Friedensschule, 220 Plätze gibt es an der Reuterschule. Der neue Hort wird die Lage deutlich entspannen. Immerhin hat er auf 3000 Quadratmetern Platz für 14 Hortgruppen, die jeweils zwei Räume bekommen. Einen Mehrzweckraum soll es geben sowie Kinderrestaurant, Bibliothek, Tanzraum, Forscherraum, Medienzimmer und Rückzugsräume, „in denen Kinder auch mal einen Liebesbrief schreiben können“, sagt Anke Preuß lächelnd. „Kindheit hat sich verändert. Früher haben wir unsere Freunde nach der Schule in der Nachbarschaft getroffen, heute findet das alles in Einrichtungen statt. Darauf müssen wir uns einstellen und entsprechende Möglichkeiten schaffen.“

Bis der Schüler-Traum in der Friedensstraße 4 wahr wird, vergeht allerdings noch einige Zeit. „Im Moment läuft die Planerausschreibung", sagt Dörner. „Ende 2016 wollen wir mit den Arbeiten vor Ort anfangen und Ende 2017 fertig sein.“

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