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20 Jahre Gehe Pharma Handel GmbH in Schwerin : Wie Aspirin in die Apotheke kommt

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Wer krank ist, geht zum Arzt und besorgt sich anschließend in der Apotheke seine Medikamente. Doch woher bekommt der Apotheker die Medizin? Vom Großhandel. In Schwerin befindet sich dieser seit 1957 in Görries.

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erstellt am 19.Aug.2012 | 05:23 Uhr

Görries | Wer krank ist, geht zum Arzt und besorgt sich anschließend in der Apotheke seine Medikamente. Doch woher bekommt der Apotheker die Medizin? Vom Großhandel. In Schwerin befindet sich dieser seit 1957 in Görries.

Von der Umgehungsstraßen-Brücke ist das weiß-blau gestrichene Gebäude mit den vier Buchstaben auf dem Dach gut zu erkennen. Seit 1990 ist es der Sitz der Gehe Pharma Handel GmbH. Dort, wo zu DDR-Zeiten beispielsweise noch Ethanol aus riesigen Fässern in Flaschen gefüllt, von Hand Arzneimittel gezählt und sortiert wurden und mehr als 200 Beschäftigte Arbeit hatten, ist jetzt ein modernes Unternehmen mit ausgefeilter Logistik zu finden. 52 Mitarbeiter kümmern sich auf 6000 Quadratmeter Lagerfläche darum, dass die geforderten Medikamente aus dem rund 55 000 Artikel umfassenden Sortiment schnellstmöglich in den Apotheken und Sanitätshäusern landen. Die Schweriner Niederlassung liefert bis zur Ostsee im Norden, ostwärts bis nach Barth, im Süden bis nach Pritzwalk und Wittstock, im Westen bis zur Landesgrenze nach Schleswig-Holstein.

Ein immenser Aufwand? "Früher war es das sicherlich", sagt Personaler Thomas Seidel, der in der Gehe-Niederlassung auch für das Qualitätsmanagement verantwortlich ist. "Heute ist es vor allem eine Frage der Logistik." So haben die Mitarbeiter beispielsweise früher die Bestellungen von den Apotheken telefonisch aufgenommen und die Order dann an das Lager weitergeleitet. Heute kann der Apotheker über eine so genannte Datenfernübertragungsleitung nicht nur seine Bestellung schnell und direkt übermitteln, sondern bei Bedarf sogar im Gehe-Bestand nachforschen, ob das gewünschte Produkt in Schwerin vorrätig ist. "Bis 18 Uhr nehmen wir solche Bestellungen an und liefern sie in Schwerin noch am selben Tag aus", sagt Seidel stolz.

An die Schwierigkeiten der Anfangsphase in Schwerin erinnerte auch der Vorsitzende der Geschäftsführung, Andre Blümel. Er hatte am Sonnabend die Mitarbeiter und deren Familien zum Jubiläumsfest nach Görries eingeladen - ebenso wie Vertreter aus der Apothekerschaft und der Wirtschaft. "Für uns alle waren die ersten Wochen und Monate voller Herausforderungen. Keine Telefonleitungen, also Telefonie via Satellit, fehlende Verkehrsanbindung, also der Bau eigener Zugangsstraßen, kein Apothekerverzeichnis, also Abschriften aus Telefonbüchern und die erste Apothekerbefragung in Ostdeutschland."

Niederlassungsleiter Peter Hinrichs dankte den Mitarbeitern, die heute in Schwerin nach anfänglichen nun neue Herausforderungen meistern: Sie tragen seit nunmehr 20 Jahren zur schnellen und lückenlosen Versorgung der Apotheken - und damit der Menschen mit Arzneimitteln in der Region bei.

In der Landeshauptstadt hält Gehe dafür ein Vollsortiment vor. Von der Schmerztablette über Inkontinenzmittel und Gehhilfen bis hin zu schweren Krebsmedikamenten - alles ist vorhanden oder wird umgehend besorgt. Der Regionaleinkauf in Hamburg kauft dafür die Produkte bei den großen Pharmakonzernen direkt ein. Bis zu 20 Speditionen steuern dafür täglich die Görrieser Niederlassung an. Sie bringen rund 2500 Artikel. "Ein Artikel reicht dabei von einer Menge von eins bis zu mehreren tausend Stück", erklärt Thomas Seidel. Und das durchaus regionalspezifisch. "Bromhexin oder Fagusan verkaufen wir beispielsweise häufiger als die Niederlassung in Hamburg", erklärt Thomas Seidel. Bis zu sechsmal täglich beliefern dann Spediteure die Apotheken der Region mit den angeforderten Arzneimitteln. Am meisten nachgefragt sind dabei in der Landeshauptstadt neben saisonbedingten Produkten wie Grippemitteln vor allem Schmerzmedikamente wie Paracetamol oder Aspirin aber auch Blutdrucksenker.

Dafür muss es natürlich ein ausgeklügeltes Lagersystem geben, sagt Lagerleiter Andreas Badura. Denn alles muss gesondert einsortiert sein: Brennbares, Ätzendes, Giftiges, Gekühltes wie Insulin ebenso wie Tabletten, Puder, Emulsionen, Säfte, Windeln oder auch Wärmepflaster. Auch im internen Sicherheitsanspruch herrscht Qualitätsmanagement, was Thomas Seidel auch stolz mit der TÜV-Zertifizierung belegt. Dass beispielsweise ein Medikament das Verfallsdatum überschritten habe und dennoch ausgeliefert werde, sei unmöglich. "Wir führen täglich Qualitätskontrollen und eine Permanentinventur durch", berichtet Seidel. Hunderte Produkte nehmen seine Kollegen täglich unter die Lupe, nach einem Jahr sei alles einmal überprüft worden - trotz steter Belieferung mit Arzneien und Medizinprodukte.

Gehe betreibt heute 20 Niederlassungen bundesweit. Neben der Versorgung übernimmt das vor 177 Jahren von Franz Ludwig Gehe gegründete Unternehmen auch das Apothekenmarketing und -management. Die Kooperation "gesund leben-Apotheken" ist mit 2500 Mitgliedern und 50 Industriepartnern die stärkste Kooperation Deutschlands und bildet somit den Kern der Partnerschaft.

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