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Bauen in Schwerin : Wickendorfer setzen auf die Politik

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bürgerinitiative lehnt großes Baugebiet im Westen weiterhin ab – und hat Umweltausschuss-Chef Manfred Strauß auf ihrer Seite

von
erstellt am 31.Aug.2017 | 21:00 Uhr

Neue Runde im Streit um das geplante Baugebiet Wickendorf-West: Manfred Strauß, Vorsitzender des Umweltausschusses der Stadtvertretung, hat sich jetzt in die Angelegenheit eingeschaltet. Seine Meinung: Ein Gebiet mit 160 Wohneinheiten, wie von der Verwaltung vorgesehen, darf es an Ort und Stelle nicht geben. Eine Naturlandschaft würde zerstört, Ackerflächen versiegelt, so Strauß. „Dabei gibt es Alternativen für neue Wohngebiete am Stadtrand.“

Am kommenden Dienstag, 5. September, will der Hauptausschuss über die Aufstellung eines Baubauungsplanes entscheiden. Strauß rechnet mit einer knappen Entscheidung, kündigt bereits an, die Stadtvertretung mit dem Thema befassen zu wollen, sollte der Ausschuss den Weg für das Wohngebiet wie von Verwaltung und Investor geplant frei machen.

Ursula Köppl von der Initiative „Bewahrung der Natur in Wickendorf-West“ setzt auf das Engagement der Politik, um das Baugebiet mit einer Fläche von 146 000 Quadratmeter doch noch zu verhindern. Ursprünglich habe die Verwaltung von einem kleineren Gebiet mit 40 Einheiten gesprochen, sagt Köppl, die selbst direkte Anwohnerin wäre, unter Baulärm und Fahrzeugverkehr zu leiden hätte. Der Wickendorfer Ortsbeirat, der um den dörflichen Charakter des Stadtteils fürchtet, hatte in einer Stellungnahme zur Verwaltungsvorlage eine Obergrenze von 80 Eigenheimen gefordert (SVZ berichtete).

Baudezernent Bernd Nottebaum bleibt bei der Position der Verwaltung, 160 Wohneinheiten sollen es sein, lässt es auf eine heiße Debatte im Hauptausschuss ankommen. „Wir brauchen in der Stadt erschwingliche Baugrundstücke für junge Familien“, sagt er. Kompromissangebot: Alteigentümer an der Seehofer Straße könnten angrenzende Grundstücke als „Bauerwartungsland“ zum Preis von 16,10 Euro pro Quadratmeter erwerben und den jetzigen Grüngürtel so erhalten.

Auch Investor Walter Wiese hat sich mittlerweile zu Wort gemeldet. Die Anwohner hätten beim Erwerb der benachbarten Flächen keine Erschließungskosten zu befürchten, sagt er. Zugleich sei er der Bürgerinitiative bei der geplanten Verkehrsführung entgegengekommen, betont Wiese.

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