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Städtebaufördertag : Wichernsaal im Dornröschenschlaf

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ideen für Sanierung des einst beliebten Treffpunktes in der Schelfstadt wurden beim ersten Tag der Städtebauförderung vorgestellt

von
erstellt am 10.Mai.2015 | 21:00 Uhr

Der Wichernsaal in der Apothekerstraße 48 hat schon bessere Zeiten erlebt. Er steht seit 1994 leer. Die einst prunkvollen Zeiten lassen sich nur noch erahnen. Im Zuge des ersten bundesweiten Tages der Städtebauförderung, konnte der Saal am Sonnabend von Schwerinern besichtigt werden.

„Der Saal muss von Grund auf saniert werden“, erzählte Architekt Wolfram Kessler. Die wichtigsten Punkte seien der Brandschutz, der Wärmeschutz und die Statik. „Früher wurde der Raum vielfältig genutzt“, schwärmte Diakonie-Landespastor Martin Scriba. Und genau das soll auch bald wieder möglich sein. „Wir bekommen immer wieder Anfragen von Kitas, Chören, Jugendbands, Sportgruppen – sie alle suchen einen passenden Raum“, berichtete Scriba.

1893 wurde das mehrstöckiges Gebäude als Herberge „Zur Heimat“ mit einem Vereinssaal für 200 Gäste auf dem Hof errichtet. Damals wurde der Saal für Synoden, Tagungen und Jugendarbeit der Mecklenburgischen Landeskirche, aber auch für Feiern und Tanzveranstaltungen genutzt. „Und so stellen wir uns auch die Zukunft vor“, sagte Scriba. Für viele Schweriner gehöre der Saal einfach dazu. Und das zeigte auch die rege Nachfrage am Wochenende. Viele Schweriner nutzten die Chance und ließen sich durch das Gebäude führen, stellten zahlreiche Fragen. „Ohne Förderung können wir die Sanierung nicht stemmen“, erklärte Scriba. Denn für den Umbau würden Kosten in Höhe einer siebenstelligen Summe anfallen. „Ein genauen Betrag können wir derzeit aber noch nicht bekannt geben, dazu muss erst eine Feinplanung stattfinden“, gab Scriba zu bedenken. Die Bauzeit schätzt er auf 18 Monate. Benannt wurde der Saal übrigens nach dem Hamburger Theologen Johann Hinrich Wichern – der sich um verwahrloste und schwererziehbare Jugendliche kümmerte, ihnen Ausbildung und Zukunft gab.

Und auch der Hort der Heinrich-Heine-Schule in der Werderstraße öffnete seine Türen. Dort erklärte Architekt Stefan Rimpel den Schwerinern die Baupläne. „In diesem Jahr wollen wir alle Planungen und Genehmigungen einholen, so dass wir 2016 mit dem Bau beginnen können.“ Im September 2017 soll der Hort dann seine Türen für etwa 200 Kinder öffnen und den Betrieb aufnehmen.

Bis dahin ist aber noch jede Menge zu tun. „Decken und Zwischenwände müssen raus“, sagte Rimpel. Jeder Gruppenraum soll später zum Innenhof ausgerichtet und etwa 50 Quadratmeter groß sein. Die Flure sollen entlang der Werderstraße führen, die Balkone verschwinden, große Fenster sollen eingebaut, die Fassade aber dennoch erhalten werden, erläuterte er weiter. 3,5 Millionen Euro sind für den Umbau geplant.

Und auch die anderen Stationen des Städtebautages erfreuten sich großer Beliebtheit. So war die Fahrradtour zu den Schauplätzen der Stadterneuerung mit Baudezernent Bernd Nottebaum der Renner, „Ich freue mich, dass das so gut ankommt“, freute sich Nottebaum. 25 Schweriner radelten mit ihm drei Stunden durch die Landeshauptstadt.

 

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