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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. Oktober 2017 | 18:56 Uhr

Abgestoßen : WGS verkauft Platten-Wohnungen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Das städtische Unternehmen kann zwar nicht selbst sanieren, muss aber seinen hohen Leerstand verringern

svz.de von
erstellt am 07.Apr.2014 | 08:00 Uhr

Die Bewohner in der Komarowstraße machen sich Sorgen, was aus ihren Wohnungen wird. Denn die städtische Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS) hat gleich ganze Wohnblöcke verkauft. Eigentümerin ist jetzt die Zuhause Wohnungsunternehmen GmbH mit Sitz in Leipzig.

„Wir müssen Wohnungen verkaufen“, sagt WGS-Geschäftsführer Thomas Köchig. „Unsere Finanzlage lässt eine Sanierung nicht zu.“ Denn nicht nur die hohen Verbindlichkeiten würden die WGS drücken. Sie habe auch mit 19 Prozent Leerstand zu kämpfen. In der Komarowstraße steht sogar jede zweite Wohnung leer. Und die Plattenbauten sind nur teilsaniert.

Hinter dem Leipziger Unternehmen steht der Kölner Geschäftsmann Dr. Rolf-Michael Kühne. Der verlegt nach SVZ-Informationen auch zwei kostenlose Anzeigenblätter und ist in der Metallbranche aktiv. Seit einiger Zeit baut er ein eigenes Wohnungsunternehmen auf. Inzwischen besitzt er in Angermünde 544 Wohnungen, in Tützpatz bei Neubrandenburg 102 Wohnungen und hat in Schwerin 504 Wohnungen übernommen. „Wir haben Herrn Kühne als zuverlässigen, seriösen Geschäftspartner kennen gelernt“, sagt Thomas Köchig. „Die Kaufabwicklung war vollkommen unproblematisch.“ Der WGS-Chef betont, dass Kühne kein reiner Finanzinvestor ist. „Inzwischen sucht das Zuhause Wohnungsunternehmen Objektbetreuer/Hausmeister für die Schweriner Wohnungen.“ In der Landeshauptstadt solle auch eine Dependance eröffnet werden.

Der Kauf ist zum 1. März über die Bühne gegangen. „Wir werden die Blöcke aber noch bis Juni betreuen“, sagt Köchig. So sei es vereinbart.

Dass das Leipziger Unternehmen ausgerechnet im Muesser Holz Wohnungen kaufe, ist für Thomas Köchig nicht verwunderlich. „In den Hotspots, als beispielsweise München, Köln oder Hamburg sind die Preise völlig überteuert.“ Und Kühne wird wohl noch weiter Wohnungen kaufen. „Ein Wohnungsunternehmen ist erst ab 2000 Einheiten effektiv zu betreiben“, so Köchig.

Die WGS wird auch noch weitere Wohnungen verkaufen. „Wir müssen den Leerstadt weiter verringern“, so Thomas Köchig. Wohnungen würden immer mit einer Ausschreibung und in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat an den Markt gebracht. Den Zuschlag erhalte der Bieter, der den besten Preis mache. Es sei denn, es komme ein besonders soziales Unternehmen.

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