Crivitzer wollen schnelles Internet : Wettlauf um Dobrindt-Milliarden

Glasfaserkabel übertragen das Hochgeschwindigkeitsinternet. Bei Straßenbauprojekten sollten dafür schon jetzt Vorleistungen gemacht werden, rät Joachim Müller.
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Glasfaserkabel übertragen das Hochgeschwindigkeitsinternet. Bei Straßenbauprojekten sollten dafür schon jetzt Vorleistungen gemacht werden, rät Joachim Müller.

In der zweiten Runde des Bundes-Förderprogramms zum Ausbau der Internets gehen alle Gemeinden aus dem Amt Crivitz an den Start

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31. März 2016, 20:45 Uhr

Schnelles Internet bis ins letzte Dorf: Das ist für die Crivitzer Amtsvorsteherin Heike Isbarn kein Wunschdenken, sondern ein konkretes Ziel zur Stärkung der Region. „Das wird sich flächendeckend allerdings auch mit den Dobrindt-Milliarden nicht realisieren lassen. Aber wenn wir es nicht versuchen, in dieses Förderprogramm zu kommen, verschenken wir eine große Chance.“ Die Stadt Crivitz und auch alle 16 Gemeinden des Amtsbereiches wollen in der zweiten Runde des Förderprogramms aus dem Bundesverkehrsministerium an den Start gehen.

Mehr als zwei Milliarden Euro Fördergeld aus dem Hause von Minister Alexander Dobrindt sollen in den Ausbau des Breitbandnetzes fließen, damit bis 2018 schnelles Internet mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung steht. Netzbetreiber sollen so animiert werden, auch in Regionen zu investieren, in denen sich der Netzausbau nicht rechnet. Der Bund hilft, die so genannte „Wirtschaftlichkeitslücke“ zu schließen – mit bis zu 70 Prozent. Und auch das Land MV will 20 Prozent hinzugeben. Doch die Kommunen sind aufgefordert, sich per Grundsatzbeschluss zu bekennen, müssen für den Restbetrag einstehen. „Ohne dass heute klar ist, um welche Summe es sich dabei handeln könnte“, ergänzt Carmen Krooß vom Amt Crivitz.

Doch die Zeit drängt. Die Grundsatzbeschlüsse der Kommunen müssen schnell zum Landkreis nach Parchim, damit dieser die Anträge stellen kann. Abgabetermin ist der 30. April. „Wir wollen natürlich so viele Regionen wie möglich ins Programm bekommen“, betont Joachim Müller, Fachdienstleiter beim Landkreis. Flächendeckend Zugang zu schnellem Internet zu schaffen ist auch für ihn ein Ziel und eine wirtschaftliche Notwendigkeit. „Wer heute eine Straße aufreißt, sollte gleich dafür sorgen, dass ein Leerrohr für ein Internetkabel mitverlegt wird“, appelliert Müller.

Doch das ist der Plan für die Zeit nach dem Bundesprogramm. Jetzt geht es erst einmal darum, von diesem Kuchen ein möglichst großes Stück abzubekommen. Die Crivitzer Amtsgemeinden kamen in Runde 1 nicht zum Zuge. „Da wurden pro Landkreis drei Gebiete mit der schlechtesten Versorgungsleistung gemeldet“, erläutert Müller. Für Ludwigslust-Parchim sind das die Regionen um Sternberg, Lübz sowie Stralendorf/Wittendörp (SVZ berichtete). Meldeschluss dafür war Ende Januar. Und bis heute gibt es keine Rückmeldung, ob es tatsächlich Fördergeld gibt.

Zeitgleich startet der Bund aber die Runde 2 in dem gleichen Programm, für das sich alle Gemeinden bewerben können. Das Votum der Gemeinde allein reicht übrigens nicht aus. Für jeden Ort wurden die Einwohnerzahlen erfasst, aber vor allem auch Gewerbebetriebe und Einrichtungen wie Schulen, die Anschluss an die Datenautobahn benötigen. „Wir haben das so detailliert wie möglich gemacht, um unsere Chancen zu erhöhen, Gemeinden, Ortsteile oder auch nur Straßenzüge ins Förderprogramm zu bekommen“, erläutert Carmen Krooß. Denn eine Förderzusage muss es nicht für eine komplette Gemeinde geben, da es ja auch innerorts Unterschiede bei der Internet-Versorgung gibt.

Falls es ein Gebiet ins Förderprogramm schafft, müsse dafür erst ein Projekt erstellt und dann ein Netzbetreiber als Investor gefunden werden. „Danach haben wir auch die ersten konkreten Kostenangaben auf dem Tisch“, erläutert Müller. Trotz aller Unbekannten steht eins fest: Der Bund will, dass die ersten Projekte noch in diesem Jahr starten. Und Joachim Müller ist zuversichtlich, dass der Landkreis Ludwigslust-Parchim dabei vertreten sein wird.

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