Gastronomie in Schwerin : Wetter verhagelt die Saison

In seinem eigenen Gasthaus „Zur guten Quelle“ hat Matthias Theiner gut zu tun. Um noch mehr Gäste in die Landeshauptstadt zu locken, wünscht er sich ein einheitliches Programm für die Vor- und Nachsaison.
In seinem eigenen Gasthaus „Zur guten Quelle“ hat Matthias Theiner gut zu tun. Um noch mehr Gäste in die Landeshauptstadt zu locken, wünscht er sich ein einheitliches Programm für die Vor- und Nachsaison.

Matthias Theiner, Vorsitzender des Dehoga-Regionalverbandes, wünscht sich für das Jahr 2018 mehr Sonne und Gäste, die länger bleiben

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28. Dezember 2017, 16:00 Uhr

Während viele Schweriner nach Weihnachten die Füße hochlegen und sich auf den Jahreswechsel freuen, geht es für die Gastronomen hoch her: Die Tage nach Heiligabend und die Silvesternacht sind feste Bestandteile im Kalender eines jeden Kneipiers und Restaurant-Besitzers. Für SVZ blickt der Vorsitzende des Dehoga-Regionalverbandes Schwerin, Matthias Theiner, auf das vergangene Jahr zurück – und erzählt von Höhen, Tiefen und der Hoffnung auf besseres Wetter.

„Insgesamt hatten wir ein gutes Jahr, obwohl uns das Wetter einen großen Strich durch die Rechnung gemacht hat“, sagt Theiner, der selbst das Restaurant „Zur guten Quelle“ in der Schusterstraße führt. Besonders für die Außengastronomie sei es aufgrund der zahlreichen Regentage schwierig gewesen, das ausgefallene Geschäft zu kompensieren. Und dennoch: Über zu wenig Auslastung könnten sich viele Schweriner Gastronome nicht beschweren. Grund für Klagen gäbe es trotzdem: Besonders die starren Arbeitszeitgesetze sind Theiner ein Dorn im Auge. „Viele Veranstaltungen sind für einige Gaststätteninhaber schlichtweg nicht durchführbar“, erklärt der 56-Jährige. Jeder Mitarbeiter darf am Tag nur zehn Stunden arbeiten. „Soll jetzt aber eine Hochzeit abgehalten werden, kann die Arbeitszeit diese Grenze schon mal überschreiten. Deswegen wäre es wünschenswert, die Arbeitszeit nicht über die einzelnen Tage, sondern über die gesamte Woche zu regeln“, fordert Theiner.

Das größte Problem für Gastronomen sei nach wie vor der Mangel an gut ausgebildetem Personal. „Der Branche fehlen junge, engagierte Fachkräfte. Das führt sogar soweit, dass einige Restaurants während der Saison Ruhetage einlegen und zwangsweise pausieren mussten, weil ihnen die Leute fehlten“, sagt Theiner. Einige mussten sogar ganz schließen, wie das Fernsehturm-Restaurant. Es liege nicht am Lohn, dass niemand mehr in der Gastronomie arbeiten will. „Ich denke, es sind die Arbeitszeiten, die über das typische 9-bis-17-Uhr-Schema hinausgehen. Das nehmen nicht viele Arbeitnehmer in Kauf.“

Ähnlich sieht Theiners Bilanz mit Blick auf die Hotellerie in der Landeshauptstadt aus. „Im ersten Halbjahr hatten wir einen extrem guten Start. Das Plus mussten wir dann aber im zweiten Halbjahr einbüßen“, berichtet der Schweriner. Schuld daran sei ebenfalls das Wetter gewesen. „Kollegen berichteten, dass sie kaum Radfahrer und Spontantouristen begrüßen konnten“, so Theiner. Sein eigenes Hotel sei aber gut ausgelastet gewesen. „Bereits jetzt sind wir ausgebucht an den Tagen, an denen die Kelly Family und Peter Maffay in Schwerin Konzerte geben“, sagt er. Genau darauf müsse der Fokus der Gastronomen in Zukunft liegen: Mehr Programm in der Vor- und Nachsaison. „Unser Ziel muss es sein, die Verweildauer der Gäste von aktuell 1,8 Tagen auf 2 Tage zu steigern.“

Theiner sieht sich selbst und seine Branche gut aufgestellt für die kommenden Tage, Wochen und Monate. „Das Niveau wird stabil bleiben, da bin ich mir sicher“, sagt er. Gleichzeitig sei es vollkommen normal, dass Betreiber beziehungsweise Inhaber von Gaststätten wechseln. „Das gehört zum Alltag, genauso wie eine komplette Schließung“, sagt Matthias Theiner.

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