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Zeitung für die Landeshauptstadt

14. Dezember 2017 | 03:32 Uhr

offene Türen im Stall : Wessiner investieren in Milch

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Genossenschaft baut für 2,8 Millionen Euro einen modernen Kuhstall mit Platz für 400 Tiere

svz.de von
erstellt am 24.Jun.2014 | 23:09 Uhr

Der Kuhstall ist die größte Investition in den Wessiner Landwirtschaftsbetrieb seit der Wende und zugleich „unsere wichtigste Investition in die Zukunft“. Heinz Jüttner, Vorstandsvorsitzender der Landwirtschaftlichen Produktion- und Absatz-Genossenschaft war gestern froh und stolz zugleich über den 2,8 Millionen Euro teuren Neubau.

Mehr als 200 Gästen kamen, um sich den Stall für die 400 Milchkühe der Genossenschaft und das neue Melkkarussell in aller Ruhe anzuschauen. Noch bestand dazu die Möglichkeit, denn die Tiere ziehen erst zu Beginn der nächsten Woche um.

Für die Schwarzbunten gibt es dann „Kuhkomfort“ – wie die Bauern es nennen. Konkret handelt es sich dabei um Liegeflächen auf Gummimatten, beheizbare Tränken, freien Auslauf in den großräumigen Stall. Diesen werden die Milchkühe aber nicht verlassen. Die Wessiner Genossenschaft verabschiedet sich von der Weidehaltung – zumindest bei den Milchkühen. „Die Straße vor unserer Haustür wird in naher Zukunft von einer Landes- zur Bundesstraße. Einen Viehtrieb darf es dann nicht mehr geben“, erzählt Heinz Jüttner. Das war ein Grund, warum die Genossenschaft ihre Milchwirtschaft umstellen musste – doch nicht der einzige und nicht der wichtigste. „Wenn unser Betrieb mit insgesamt 23 Mitarbeitern bestehen bleiben soll, müssen wir auf die Milch setzen“, betont Herdenmanager Dirk Schünemann. 1200 Hektar Land bewirtschaftet die Landwirte, darunter 250 Hektar Grünland. Dort wird das Futter für die 400 Kühe und die gleiche Anzahl von Jungrindern angebaut. Denn auf den leichten Böden der Region um Crivitz wachsen nun einmal Mais, Gras und Futtergetreide. Die Wessiner Bauern wollen das auch in Zukunft veredeln – zu Milch. „Im nächsten Frühjahr fällt die Milchquote“, blickt Jüttner voraus. Wie sich der Preis dann entwickelt, das kann heute keiner genau sagen. Die Wessiner sehen darin aber einer Chance, setzen auf die weltweit steigende Nachfrage nach Milch.

Davon soll im neuen Stall mehr erzeugt werden – bei gleich bleibender Tierzahl. Derzeit gibt eine Kuh der Wessiner Genossenschaft knapp 9 000 Liter Milch pro Jahr. Jüttner und Schünemann setzen darauf, dass die Milchleistung steigt – auf bis zu 10 000 Liter pro Kuh und Jahr.

Der neue Stall bietet zudem allen Milchkühen der Genossenschaft Platz. Bislang gibt es zwei Herden – eine in Wessin und eine in Radepohl. Gemolken werden künftig alle Tiere in dem ebenfalls neu errichteten Melkkarussell. Darin finden 28 Tiere zeitgleich Platz. Beste Bedingungen hier finden übrigens auch die Melker vor: Die können ihren Arbeitsplatz entsprechend ihrer Körpergröße einstellen.

Mit dem Großprojekt, das die Genossenschaft zum größten Teil selbst finanziert, legten die Wessiner vor einem Jahr los. Ein Bullenstall auf dem Betriebshof am Ortsausgang Richtung Goldberg musste dem Neubau weichen. Die Ställe für Jungrinder und für Kühe kurz vor der Niederkunft werden auch in Zukunft gebraucht. Und Jungtiere werden auch weiterhin auf der Weide zu sehen sein.

Zum Gesamtprojekt gehört auch noch ein 4500 Kubikmeter fassendes Güllesilo, das die Gülle von einem halben Jahr aufnehmen kann.

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