Einsatz in Afrika : Wessiner hilft Menschen in Mali

Erinnerungsfoto: Bei dem Besuch eines traditionellen Töpferdorfes traf Daniel Itze diese malischen Kinder.
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Erinnerungsfoto: Bei dem Besuch eines traditionellen Töpferdorfes traf Daniel Itze diese malischen Kinder.

Hauptfeldwebel und Wehrführer: Daniel Itze verbindet militärischen Einsatz in Afrika mit Spendensammlung in der Heimat

svz.de von
25. Juli 2014, 12:00 Uhr

Daniel Itze ist wieder zurück in der Heimat. Rund vier Monate war  der 30-jährige Hauptfeldwebel aus Wessin  in Afrika, um malischen Soldaten innerhalb einer groß angelegten europäischen Trainingsmission zu zeigen, wie sie mit Hilfe  eines Schwimmbrücken-Systems eine Fähre bauen können. In Deutschland schlüpfte Itze dann gleich in eine andere Uniform – um seine Ernennungsurkunde als Wehrführer der Wessiner Feuerwehr entgegenzunehmen.

Bapho, so heißt der Ort nordöstlich der malischen Hauptstadt Bamako, in dem Itze mit Kameraden seiner Einheit aus Minden in Westfalen  und Soldaten aus dem baden-württembergischen Immendingen stationiert war. Dankbar  hätten die rund 50 malischen Soldaten angenommen, was ihnen die deutschen Ausbilder, assistiert  von Dolmetschern, an technischem Know-how vermittelten, schildert Itze. Klimatisch sei der Ausbilderjob allerdings eine Herausforderung gewesen: „Die Temperatur sank nachts nicht unter 30 Grad, tagsüber zeigte das Thermometer schon mal 60 Grad.“

Untergebracht waren Itze und seine Kameraden in Bapho in einer kleinen Hotelanlage, die von einem Deutschen betrieben wird. „Für unsere Sicherheit sorgten Belgier und Spanier. Österreicher übernahmen den Sanitätsdienst“, erzählt der Wessiner. Von dem Bürgerkrieg im Norden Malis habe er persönlich nichts mitbekommen, so Itze. Französische Soldaten unterstützen dort die malische Armee beim Kampf gegen Aufständische.

Große Armut hat Itze in Mali erlebt, aber auch viele fröhliche Menschen. „Deutsche sind in dem Land hoch angesehen“,  sagt der Wessiner – und trug selbst noch einen persönlichen Teil dazu bei: Itze initiierte eine Spendenaktion für die Menschen in dem westafrikanischen Land. Unter der Regie der stellvertretenden  Wehrführerin, Maren Köbbert, sammelten die Wessiner gut erhaltenes Spielzeug sowie Garderobe für Frauen und Kinder. Insgesamt zehn Umzugskartons wurden schließlich auf die lange Reise auf den schwarzen Kontinent geschickt. „Meine Kameraden und ich haben die Spende dann  den Bewohnern einer Insel im Niger überreicht“,  berichtet Itze. „Die Freude war riesengroß.“

Daniel Itze dient beim Schweren Pionierbataillon 130 in Minden, war auch schon im Kosovo stationiert. Soldat sei immer schon sein Wunschberuf gewesen, erklärt der Wessiner, der zunächst eine landwirtschaftliche Ausbildung gemacht hat. „An der Armee  reizen mich  die Kameradschaft und die Technik.“ Noch bis 2017 läuft die Dienstzeit von Itze. Bereits vom kommenden Jahr an wird der stellvertretende Zugführer aber in die Berufsförderung wechseln, um sich auf seinen Wechsel ins Zivilleben vorzubereiten.

Per Telefon und soziale Medien hielt Itze in Mali den Kontakt zu seiner Frau Christine und zu seiner drei Jahre alten Tochter Lilly.  Nach den Monaten der Trennung  freut er sich,  wieder zu Hause zu sein – als Pendler zwischen Wessin und Minden.

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