Schwerin : Werderklinik erhält Gesicht zurück

Unerwartete Herausforderung: Die Decken im Anbau des Krankenhauses waren massiver als vermutet. Foto: Reinhard Klawitter
Unerwartete Herausforderung: Die Decken im Anbau des Krankenhauses waren massiver als vermutet. Foto: Reinhard Klawitter

Die Abriss- und Sanierungsanbauten an den einzelnen Bauten der Werderklinik sind in vollem Gange. Auf dem Areal zwischen Demmler-Bau und Barcastraße sollen Wohnungen entstehen.

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07. Mai 2013, 09:06 Uhr

Werdervorstadt | Vor der Restaurierung kommt der Abriss. Mit schwerem Gerät rückt Jens Böttcher dem Anbau an den so genannten Hamann-Bau der Werderklinik zu Leibe. Krachend fällt der Riesenhammer am Ende des überlangen Auslegers seines Baggers auf die Decke des obersten Geschosses. Doch die will der Gewalt nicht so recht weichen. "Wir haben nicht erwartet, dass in diesem Gebäudeteil aus DDR-Zeiten so viel Beton und Stahl verarbeitet wurde", sagt Architekt Joachim Brenncke. Er ist aber sicher, dass dieser Anbau in kürzester Zeit verschwunden sein wird. "Wir werden die ursprüngliche äußere Gestalt des Hauses wieder herstellen, einschließlich der Fenster." Details werden derzeit noch mit der Denkmalpflege besprochen.

Eine Überraschung gab es auch im Hamann-Bau, der 1930/31 errichtet wurde, selbst. In den Decken steckte jede Menge Teerpappe. Inzwischen ist dieser Sondermüll fachgerecht entsorgt. Ein nicht unerheblicher zusätzlicher Kostenfaktor. Trotzdem liegen die Arbeiten aber im vorgegebenen Zeitrahmen.

Auch am Demmler-Bau an der Werderstraße gehen die Arbeiten planmäßig voran. "Überraschungen haben wir hier bisher noch nicht erlebt", sagt Brenncke. Trotzdem wird es noch spannend werden. "Die Denkmalpflege versucht gerade herauszubekommen, welche Farbe das Haus ursprünglich hatte." Denn am Ende der DDR ist das Gebäude komplett neu verputzt worden. Farb reste, wie sie beispielsweise noch am Schloss oder am Arsenal gefunden wurden, gibt es nicht mehr. Und alle bisher bekannten Fotografien des 1841 bezogenen Krankenhauses liegen nur schwarz-weiß vor.

Für das Gesamtensemble - den Hamann- und den Demmler-Bau - haben sich die Denkmalpflege, der Architekt und die zukünftige Nutzerin, die VR-Bank, geeinigt, auf welchen Stand es gebracht werden soll. "Mit dem Anbau von 1931 wurde auch das Krankenhaus umgebaut", weiß Brenncke. "Deshalb ist das jetzt das Jahr, an dem wir uns orientieren." Er ist zuversichtlich, dass die Arbeiten im Spätsommer oder Herbst 2014 planmäßig abgeschlossen werden können. Dann wird die VR-Bank hier mit ihrer Zentrale einziehen.

Auf dem restlichen Areal zwischen Demmler-Bau und Barcastraße sollen Eigentums- und Mietwohnungen durch private Investoren entstehen. Außerdem will die Wohnungsgenossenschaft Schwerin-Lankow einen Block mit zwölf Wohnungen hochziehen. Ein Baubeginn steht noch nicht fest. Es laufen Gespräche mit der Denkmalpflege wegen des Klinikparks.

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