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Preiserhöhung in Schwerin : Werden Bus und Bahn teurer?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Beratender Beauftragter fordert höhere Ticket-Preise: Nahverkehrs-Chef Norbert Klatt fürchtet Fahrgastverluste und appelliert an Politik

svz.de von
erstellt am 14.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Müssen die Schweriner für eine Fahrt mit Bus und Straßenbahn künftig tiefer in die Tasche greifen? Soll etwa der Einzelfahrschein mehr kosten als die derzeitigen 1,50 Euro? „Noch ist nichts entschieden“, sagt Nahverkehrs-Chef Norbert Klatt. Im Raum steht allerdings die Forderung des Beratenden Beauftragten nach einer Anhebung der Ticket-Preise in Höhe von 20 Prozent, um die klamme Stadtkasse zu entlasten (wir berichteten). Und so langsam drängt die Zeit.

Etwa Mitte September muss der neue Wirtschaftsplan des Nahverkehrs stehen, abgesegnet vom Aufsichtsrat. „Bis dahin brauchen wir ein Signal der Politik, ob sie den Empfehlungen des Beauftragten folgen will“, erklärt Klatt. Der Nahverkehrs-Geschäftsführer macht keinen Hehl daraus, dass ihm eine Tarifanhebung ziemliche Bauchschmerzen bereiten würde. „Wir freuen uns, dass wir viele treue Kunden haben – und wollen sie auch gern behalten“, sagt Klatt. Jede Preiserhöhung koste Fahrgäste, warnt er. Wer meine ein Zuschlag von 20 Prozent auf den Fahrschein bringe umgehend auch 20-prozentige Mehreinnahmen, der irre sich gewaltig.

9 125 739 Fahrgäste zählte der Nahverkehr in den ersten sieben Monaten dieses Jahres, rund zwei Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Eine Anhebung des Fahrpreises um 20 Prozent würde nach Klatts Angaben etwa 6,5 Prozent der Fahrgäste kosten, auf das Jahr gerechnet etwa eine Million. „Wer einmal aus Ärger über gestiegene Tarife aufs Auto oder Rad umgestiegen ist, den holen wir nur schwer zurück“, so der Nahverkehrs-Chef. Auf der anderen Seite weiß Klatt aber auch: Die Kosten sind gestiegen und steigen weiter, für Personal und für Energie.

Seit acht Jahren habe der Schweriner Nahverkehr seine Preise nicht erhöht, betont der Geschäftsführer. Zugleich sei der Zuschuss der Stadt immer weiter zurückgefahren worden, auf jetzt 3,4 Millionen Euro im Jahr. Also doch an den Fahrpreisen drehen? „Es geht um eine politische Entscheidung, und diese Entscheidung muss auch von der Politik getroffen werden“, sagt Klatt.

 

 

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