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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. November 2017 | 21:41 Uhr

Fundbüro Schwerin : Wer vermisst einen Rettungsring?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Blick hinter verschlossene Türen in der Landeshauptstadt – heute: Im Lager des Fundbüros sammeln sich allerlei Dinge an

svz.de von
erstellt am 24.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Ob große Holztüren oder schwere Eisenportale, kleine Luken oder automatische Glastüren – in der Stadt gibt es zahllose Eingänge an öffentlichen Orten. Doch nicht immer dürfen Schweriner einfach so hineingehen, meistens liegen die Räume dahinter im Dunkeln. Dabei verbirgt sich die eine oder andere Überraschung hinter den verschlossenen Türen in der Landeshauptstadt, wie das Lager des Fundbüros im Stadthaus.

„Es gibt nichts, was hier noch nicht lag“, sagt Ramona Klein und öffnet die Tür zum Lager des Fundbüros im Keller des Stadthauses. Fahrräder und ein Kinderwagen stehen in der Ecke, Jacken und andere Kleidungsstücke hängen an einem Garderobenständer, in den Regalen stapeln sich Rücksäcke, Taschen und Sportbeutel sowie bereits bezahlte Sachen aus Kaufhäusern. Sogar ein Rettungsring liegt hier. Und mit dem Winter werden wieder Handschuhe, Mützen, Regenschirme und sogar Weihnachtsgeschenke im Fundbüro landen.

Zu dem Lager im Keller des Stadthauses gibt es einen Schlüssel, der an einer zentralen Stelle für alle zuständigen Mitarbeiter hängt.

„Sechs Monate ist die Aufbewahrungsfrist“, erklärt Ramona Klein. „Sollte Verlorenes bis dahin nicht abgeholt worden sein, hat der Finder einen Anspruch auf die Gegenstände“, so die Leiterin des Bürgerbüros, deren Mitarbeiter sich um das Fundbüro kümmern. Allerdings gehen nicht alle Fundsachen an den Finder. „Persönliche Daten wie Speicherkarten für Kameras werden von uns vernichtet.“ Auch Schlüssel und Brillen gehören in die Kategorie, ein Rollstuhl sei mal an eine Pflegeeinrichtung gegangen, so Klein. „Mobiltelefone geben wir auch nicht an den Finder, wenn sich der Besitzer nicht meldet. Die bekommen die Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen, die die Geräte zu Wiederverwertung aufbereiten.“

Jeden Morgen kommen die Mitarbeiter des Nahverkehrs und geben die Fundsachen aus Bussen und Straßenbahnen beim Bürgerbüro ab. „Die Tochter einer Kollegin hat hier schon ihre Tasche wiedergefunden“, sagt Ramona Klein. Und auch die Leiterin des Bürgerbüros musste bereits einen Gegenstand aus ihrem Besitz im Lager abholen. „Ich hatte meine Brille verlegt und meine Kollegen dachten, das sei eine Fundsache“, erzählt sie.

Wer etwas verloren hat, kann im Internet unter www. zentralesfundbuero.com nach seinem Besitz suchen und dann das Bürgerbüro kontaktieren. „Seitdem wir das elektronische Fundbuch haben, haben wir eine wesentlich höhere Quote, den Eigentümer zu finden“, sagt Klein. Die Mitarbeiter des Bürgerbüros geben aber nicht alle Details im Internet preis, um auch den richtigen Eigentümer zu finden.

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