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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. November 2017 | 16:12 Uhr

Schwerin : Wer kennt noch das Schweizerhaus?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach dem Jugendtempel könnte im südlichen Schlossgarten ein weiteres historisches Bauwerk rekonstruiert werden

von
erstellt am 26.Apr.2016 | 12:00 Uhr

Die Rekonstruktion des Jugendtempels im südlichen Teil des Schlossgartens ist erfolgreich abgeschlossen. Das originalgetreu nach historischem Vorbild errichtete Bauwerk ist ein Schmuckstück, Blickfang und Veranstaltungsort – also ein Gewinn für Schwerin, bilanziert der Initiator des Projekts, der Schweriner Kommunalpolitiker und Unternehmer Gerd Güll. „Was mit dem Jugendtempel so gut gelungen ist, könnte beispielgebend für ein weiteres Projekt in unmittelbarer Nähe sein“, sagt Güll: „für den Wiederaufbau des Schweizerhauses“. Und er liefert auch gleich eine Nutzungsidee mit: „Dort, oberhalb der Kaskaden, wäre eine Gastronomie ideal angesiedelt.“

Sollte die Idee Unterstützung finden, wäre sie natürlich mit der Denkmalpflege abzustimmen. Denn in dem sensiblen Bereich komme wahrscheinlich nur ein Baukörper in Betracht, der exakt dem historischen nachempfunden ist. Dafür wären alte Fotos hilfreich.

Gebaut worden war das Schweizerhaus im Jahre 1849 als Ausflugsgaststätte von Landbaumeister Hermes nach dem Vorbild ähnlicher Bauten in verschiedenen Schlossparks. Eigentümer war Carl Strauer, der sich für sein Projekt die Genehmigung von Großherzog Friedrich Franz II. holen musste. Das Schweizerhaus wurde bis 1943 von der Familie Strauer bewirtschaftet. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte das Gebäude unterschiedliche Nutzungen. Es beherbergte Forstverwaltung, Kindergarten und war Hort der Karl-Liebknecht-Schule. Seit Anfang der 70er-Jahre stand es leer und wurde 1978 abgerissen. Nur eine im hinteren Teil des Anwesens befindliche Baracke blieb in der Wendeschleife der Straßenbahn stehen und beherbergte den Anglerverband. Als im Zuge der Vorbereitungen für die Bundesgartenschau die Straßenbahnwendeschleife zum Bertha-Klingberg-Platz verlegt, die alten Gleise Richtung Schlossgartenallee aufgenommen und das Bodenprofil angeglichen wurden, verschwand auch die Baracke. Heute befindet sich in dem Bereich der Buga-Irrgarten.

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