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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. Dezember 2017 | 15:57 Uhr

Tierquälerei : Wer hat Aaron nur so misshandelt?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Unbekannte haben die Bulldogge völlig unterernährt und vernachlässigt in Gustävel abgelegt / Veterinäramt bittet um Mithilfe

von
erstellt am 19.Feb.2015 | 21:00 Uhr

Die Nachricht, die Martin P. (Name der Redaktion bekannt) aus dem Schlaf gerissen hat, lässt den Gustäveler nicht los. Seine Nachbarn hatten ihn geweckt. Eine Bulldogge lag vor seiner Hofeinfahrt. Das Tier war in einem sehr schlechten Zustand. „Es hatte die Räude, sehr lange Krallen und war völlig abgemagert. Die ganze Haut war entzündet“, erzählt er und bekommt selbst Tage später noch Gänsehaut. Aber auch die Wut kocht in ihm hoch: „So etwas kann man einem Tier doch nicht antun. Das sind Unmenschen“, redet er sich in Rage.

Für die Bulldogge kam an diesem Montagmorgen jedoch alle Hilfe zu spät. Sie musste eingeschläfert werden. „Und das war auch so ein Akt – bis ich dann endlich eine Tierärztin gefunden hatte, die den Hund erlöste.“ Doch damit war für Martin P. das Kapitel noch nicht beendet. Er informierte Polizei, Ordnungsamt und die Veterinärmediziner des Landkreises Ludwigslust-Parchim. „Ich bin selbst Hundezüchter und weiß, wie man mit Tieren umgehen muss. Dieser Hund hatte aber schon seit Monaten keine Pflege mehr erhalten, von Liebe ganz zu schweigen“, sagt er traurig. Das Ganze ließ ihm keine Ruhe. Im sozialen Netzwerk Facebook hatte Martin P. mit Fotos und der traurigen Geschichte aufgerufen, ihm Hinweise zu schicken. Die kamen prompt. Viele Hinweise gingen ein, einige auch zu einem möglichen Halter im Ort. Auch das wird jetzt geprüft. „Eine Frau hat sich gemeldet, die den Hund als Welpen 2011 gekauft hatte, dann aber wieder abgeben musste“, erzählt Martin P. Die einstige Halterin hatte den Aufruf im Internet gesehen. Sie hatte mit dem neuen Besitzer einen Schutzvertrag aufgesetzt: „Ich hatte ausgemacht, dass mein Baby als Liebhaberhund gehalten wird, täglich frisches Wasser und sein Royal Canin Bulldog Futter bekommt“, erzählt die junge Mutter. Auch eine korrekte tierärztlichen Versorgung hatte sie ausgemacht. Und wenn es Aaron mal nicht gut geht oder die Käufer ihn nicht mehr haben wollen, hätten diese sich bei der Vorbesitzerin melden können – die Frau hatte sich sogar das Vorkaufsrecht gesichert. „Ich hatte Vertrauen in die Käufer und wenn diese Menschen das mit Aaron gemacht haben, dann bin ich maßlos enttäuscht“, erklärt die einstige Besitzerin.

Aaron wurde in den ersten Jahren nicht nur regelmäßig geimpft und entwurmt, sondern auch gechipt. Ein Chip war jedoch jetzt nicht mehr erkennbar.

Nun beschäftigen sich die Behörden mit dem Fall. „Wir haben schon einige Dinge überprüft, zum Stand der Ermittlungen möchten wir noch keine Auskünfte geben“, hieß es aus dem Veterinäramt. Denn noch immer fehlen Hinweise. Informationen zu Aaron oder dessen letzten Besitzer nimmt der Landkreis unter der Rufnummer 03871-7220 entgegen.

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