Gagarinstraße : Wer betreibt die neue Kita?

Platz gibt es in Gagarinstraße für die künftige Kita. Auch die Baufirma steht schon in den Startlöchern.
Platz gibt es in Gagarinstraße für die künftige Kita. Auch die Baufirma steht schon in den Startlöchern.

Kita gGmbH fehlt das Personal für die geplante Einrichtung in der Gagarinstraße – Andere Träger werfen ihren Hut noch nicht in den Ring

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25. April 2018, 16:00 Uhr

Sozialdezernent Andreas Ruhl macht aus seinem Ärger keinen Hehl: Im kommenden Jahr soll die geplante Kita in der Gagarinstraße ans Netz gehen – und nun müsse sich die Stadt womöglich einen neuen Träger suchen. Der städtischen Kita gGmbH,
die den Betrieb der Einrichtung eigentlich übernehmen wollte, fehle das Personal, hatte Chefin Anke Preuß in einem Brief an den Fachdienst Jugend mitgeteilt und ein neues „Interessenbekundungsverfahren“ angeregt (SVZ berichtete). Andere Kita-Betreiber in der Stadt reagieren allerdings zurückhaltend auf diese Offerte.

Gut 120 Kita-Plätze sollen in der Gagarinstraße entstehen, auf einer Fläche, die ehedem schon mal für eine Kindertagesstätte genutzt wurde. 3,5 Millionen Euro will die Stadt investieren. „Die Ausschreibung ist gelaufen, die Baufirma hält sich bereit. Wir könnten jederzeit beginnen“, sagt der Leiter des Zentralen Gebäudemanagements (ZGM), Ulrich Bartsch. Dass sich die Kita gGmbH nach der gemeinsamen Planung nun anschicke, sich aus dem Projekt zurückzuziehen, habe ihn völlig überrascht. Das ZGM warte jetzt auf eine Klärung der Trägerfrage, so Bartsch.

Deshalb drückt Dezernent Ruhl auch aufs Tempo, kündigt weitere Gespräche an. Die Geschäftsführerin der Kita gGmbH müsse sich verbindlich erklären. Die Kita in der Gagarinstraße werde gebraucht, so Ruhl. „Der Standort ist uns sehr wichtig.“

Die Chefin der Kita- gGmbH ist unterdessen um Schadensbegrenzung bemüht. In dem Schreiben an die Stadt sei noch nicht von einem Rückzug aus dem Projekt Gagarinstraße die Rede gewesen, betont Anke Preuß. Es gehe zunächst um Risikomanagement, um rechtzeitige Information. Der Kita gGmbH fehlten aktuell schon 15 Erzieher – und für den Betrieb der neuen Einrichtung würden ungefähr noch einmal so viele benötigt, so die Geschäftsführerin, die in dieser Woche noch einen Termin beim Oberbürgermeister hat. Möglicherweise hätten andere Kita-Träger andere Möglichkeiten, um an Fachkräfte heranzukommen.

Doch die Kollegen halten sich vorerst zurück. Dass es Schwierigkeiten rund um die künftige Kita in der Gagarinstraße gäbe, habe er der SVZ entnommen, sagt der Geschäftsführer des Diakoniewerks Neues Ufer, Thomas Tweer. Noch habe die Stadt kein offizielles Verfahren gestartet, bei dem sich andere Träger bewerben könnten. Personalmangel sei aber ein Problem, das nicht nur die Kita gGmbH betreffe, unterstreicht Tweer. Und die Einrichtung in der Gagarinstraße stelle unter anderem wegen des hohen Anteils von Migranten besondere Anforderungen an das pädagogische Personal.

Auch Axel Mielke, Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (Awo), wirft seinen Hut noch nicht in den Ring. „Auf uns ist noch niemand zugekommen“, sagt er. Ob sich die Awo an einem Interessenbekundungsverfahren beteiligen wird, lässt Mielke offen. „Das muss ich mit meinen Fachleuten besprechen.“

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