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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. November 2017 | 11:27 Uhr

Kita in Lübstorf : Wenn sich Papa ums Kind kümmert

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zehn Jahre Elterngeld: 2007 wurde das Modell eingeführt, um Familien zu unterstützen. In der Lübstorfer Kita sind Väter keine Ausnahme

svz.de von
erstellt am 23.Mär.2017 | 12:00 Uhr

Für den fast einjährigen Fabian ist es eine ganz neue Welt: jede Menge Spielzeug, Gleichaltrige, die bunten Bauklötze genauso interessant finden, mehr als zwei Erwachsene und eine neue Umgebung. Ganz anders als die Räume zu Hause bei Mama und Papa.

Apropos Papa. Für den ist das alles genauso neu. Denn Papa Frank Dumontie ist für einen Monat der Begleiter des kleinen Fabian. Gemeinsam besuchen sie regelmäßig die Krippengruppe der „Schweriner Seefahrer“ in Lübstorf. Denn Frank Dumontie ist einer von vielen Vätern im Land, der sich gemeinsam mit seiner Partnerin, Janine Berg, dazu entschieden hat, eine gemeinsame Elternzeit zu nehmen.

Seit zehn Jahren gibt es nun schon die Möglichkeit, das Bundeselterngeld zu beantragen. Zwölf plus zwei lautet das Stichwort. „Ich habe zwei Monate bei meinem Arbeitgeber beantragt, damit ich meine Lebensgefährtin nach der Geburt unterstützen kann“, erklärt der 33-jährige Personalentwickler aus Groß Trebbow. Gemeinsam bekommen die Eltern damit 14 Monate Elterngeld gezahlt. Für Dumontie bedeutet das, dass er einen Monat nach der Geburt seines ersten Kindes zu Hause war. Und noch einmal einige Monate später, als es für Sohn Fabian in die Krippe nach Lübstorf geht.

„Ich bin da, du bist da. Alle Kinder sind schon da“ – mit melodischen Gitarrenklängen und einem eingängigen Lied werden die kleinen Krippengänger morgens um 9 Uhr begrüßt. Fabians Papa summt das Lied entspannt mit, während er seinem Sohn den Spielzeug-Bagger zuschiebt. „Es kommen immer mal wieder Väter zu uns in die Gruppe und betreuen ihre Kinder“, sagt Erzieherin Annett Tschentscher. Seit Eröffnung der Krippe 2009 ist sie gemeinsam mit zwei anderen Kolleginnen für die zwölf Kinder zuständig. Bei einem gesetzlichen Schlüssel von eins zu sechs können bis zu 18 Kinder in die Krippengruppe aufgenommen werden. „Ich kann nicht unbedingt einen Trend erkennen, dass seit Eröffnung mehr Väter in unsere Gruppe kommen“, antwortet die Erzieherin auf die Frage, ob das 2007 eingeführte Bundeselterngesetz auch zu einem sichtbaren Anstieg der männlichen Elternteile in der Krippe geführt habe. Von politischer Seite kommt ein positives Echo zur Einführung. „Das Elterngeld soll die Eltern dabei unterstützen, eine berufliche Auszeit zu nehmen und so den familiären Zusammenhalt zu stärken. Seit Jahren ist die Zahl der Bezieher nahezu konstant. Inzwischen hat sich auch der Anteil der Väter, die Elternzeit nehmen, gefestigt. Das begrüße ich sehr“, so Sozialministerin Stefanie Drese.

Neben Fabian spielt die neun Monate alte Gesa. Auch sie ist mit ihrem Papa zu Besuch. „Die Bindung zum Kind ist einfach eine ganz andere. Ich kann bewusst und mehr Zeit mit meiner Tochter verbringen. Es ist ein schönes Gefühl, dass sie dadurch auch auf mich fixiert ist“, erklärt Papa Andreas. Für den 36-Jährigen ist es das zweite Kind, aber die erste Elternzeit. Sowohl er, als auch Dumontie erklären, dass es keine Probleme gab, die „Papamonate“ bei ihrem Arbeitgeber zu beantragen. Der ist bei einem 600 Mitarbeiter Unternehmen tätig, der andere bei einem Kfz-Kleinbetrieb.

„Es ist eine große Entlastung, wenn der Partner während der ersten Monate nach der Geburt mithelfen kann“, berichtet Sophia Schmidtke aus der Sicht einer Mutter. Auch ihr Mann ist derzeit in Elternzeit. Die 27-Jährige empfindet die gemeinsame Zeit, die sie dadurch als Paar haben, als wertvoll. Man wachse als Paar und Familie anders zusammen, erklärt Sophia Schmidtke.

Der kleine Fabian hat seinen Spielzeug-Trecker inzwischen links liegen gelassen. Papa Frank ist gerade wichtiger. „Als Vorbild fühle ich mich nicht unbedingt. Für mich und meine Partnerin war die Entscheidung für die Elternzeit relativ früh klar. Es ist einfach schön, dass es die Möglichkeit gibt“, erklärt Frank Dumontie und wickelt seinen Sohn. Nach fast einem Jahr Papa-Dasein kein Problem.

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