zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

17. Dezember 2017 | 16:59 Uhr

Tierisches Problem : Wenn Rambo nicht willkommen ist

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wohnung schwer zu finden: Ein Erfahrungsbericht von der Suche nach einem neuen Zuhause in Schwerin – aus Sicht des kleinen Mopses

von
erstellt am 28.Feb.2015 | 09:00 Uhr

Der Schlüssel geht ins Schlüsselloch. Die Tür geht auf. Die Spannung steigt. Ob das Frauchen ist? Ja, wie schön. Endlich ist sie wieder zu Hause. Aber irgendwie sieht sie bedrückt aus. Was hat sie nur? Schon wieder war ihre Wohnungssuche in Schwerin erfolglos. Ich versteh es nicht.

Frauchen telefoniert. Sie sagt, die Vermieter in Schwerin mögen mich nicht. Aber warum? Sie kennen mich doch gar nicht. Wenn sie mich erstmal gesehen hätten – ich kann mich so gut benehmen und mache nie Streit. Ich scheine Frauchen viel Sorgen zu bereiten. Ich verkrieche mich erstmal unter der Couch.

Ich rieche was. Würstchen. Schnell in die Küche. Frauchen hat mich doch noch lieb. Sie hat auch eins für mich. Ich bin nicht Schuld, dass wir keine neue Wohnung finden, sagt sie und streichelt mich. Ich weiß gar nicht wie viele Wohnungen sich Frauchen schon angeguckt hat: Mindestens 20. Und viele Wohnungen, die schön sind, sind schon vorher ausgesiebt worden – nur weil ich zu Frauchen gehöre. Unzählige Anfragen und Absagen. Über Monate. Ich habe langsam die Nase voll.

Einige meiner Artgenossen können sich wirklich nicht benehmen. Sie bellen, knurren, machen viel Dreck und sind auch sonst nicht gerade verträglich. Aber ich bin nicht so. Für mich ist es eigentlich nur wichtig, bei meinem Frauchen zu sein. Sie gibt mir Futter, sorgt sich um mich – und ja, sie
betüddelt mich auch manchmal sehr. Aber sie meint es immer gut. Und nun hat sie es so schwer, nur wegen mir.

Jetzt ist sie schon wieder online und sucht. Es gibt keine neuen Wohnungsangebote. „Wir gehen jetzt raus. Komm Rambo“, ruft mich Frauchen mit sanfter Stimme. Frische Luft tut ihr glaub ich gut. Ich geh mal mit.

Während ich meine Nase durch das alte Laub schiebe, lässt mich ein Gedanke nicht los: Sind Schweriner wirklich so hundefeindlich? Frauchen hat doch erzählt, dass es eine weltoffene Stadt ist – ja so gar die Landeshauptstadt von MV ist. Und dann haben sie was gegen so kleine Schnüffelnasen wie mich?

Heute geht es Frauchen wieder besser. Sie hat neuen Mut geschöpft. Ich konnte sie gut aufbauen. Sie schaut sich später drei weitere Wohnungen an. Ich bin gespannt.

Wieder nichts. Frauchen erzählt, dass die erste Wohnung total verwohnt war. Die zweite war viel zu klein. Und in der dritten wollen sie mich nicht. Der Vermieter hätte gesagt, dass Hunde immer alles kaputt machen und viele sogar in der Wohnung ihr Geschäft verrichten. Gibt es denn nirgends ein Plätzchen für Frauchen und mich?

Wenn sich meine Artgenossen schlecht benehmen, liegt es meiner Meinung nach eher an den Herrchen und Frauchen. Wenn man einen großen Hund acht Stunden oder noch länger in einer kleinen Wohnung alleine lässt, ohne dass er genügend Auslauf und Bewegung bekommt, ist es doch kein Wunder, dass sie sich nicht benehmen. Frauchen sagt immer: „Jeder Mensch, der sich einen Hund anschafft, trägt für ihn die Verantwortung. Man muss ihm nicht nur Futter geben, sondern sich auch um alle anderen Belange kümmern. Genügend Auslauf. Den Hund fordern und fördern. Und auch die Rücksichtnahme auf alle anderen Mitmenschen und Tiere muss man beachten. Und auch die Hinterlassenschaften des Hundes beim Spaziergang müssen immer weggeräumt werden.“

Die Suche hat nun endlich ein Ende gefunden. Nach etlichen Wochen der Suche – endlich geschafft: „Rambo, wir haben eine Wohnung“, kommt Frauchen freudestrahlend zur Tür herein. Zwei Zimmer, Küche, Bad, Abstellkammer. Es wurde frisch renoviert und die Lage in der Nähe des Schlosspark-Centers ist auch nicht schlecht. Ich freue mich besonders auf die Spaziergänge im Schlossgarten und am Burgsee. Darauf gibts jetzt erstmal ein Würstchen. Zur Feier des Tages.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen