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Comedian Chris Tall in Schwerin : Wenn Mutti nach dem Wlan-Kabel fragt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Comedian Chris Tall will am Donnerstag die Lachmuskeln der Schweriner tanzen lassen

von
erstellt am 31.Jan.2017 | 20:00 Uhr

Zahlreiche Comedy- und Kabarettpreise hat Chris Tall schon abgeräumt, Donnerstagabend will der Comedian mit seinem Solo ,,Selfie von Mutti! Wenn Eltern cool sein wollen“ die Herzen der Schweriner erobern. Über Humor, Fans und seine Träume sprach Katja Müller mit ihm.

Du sagst immer wieder, die Menschen sollen mehr lachen. Aber wie macht man das, wenn es doch eigentlich nichts zu lachen gibt?
Jeder sollte einfach bei sich selbst anfangen. Zum Fröhlichsein muss es nicht zwingend einen Anlass geben, denn es gibt auch nicht stets einen Grund zum Traurigsein. Man fühlt sich auch besser, wenn man fröhlich ist. Das lässt sich sogar biologisch nachweisen. Man nimmt sich nicht nur selbst ganz anders wahr, sondern bekommt auch mehr von anderen zurück. Die Menschen spiegeln sich auch: Lächelst du sie an, lächeln sie zurück. Und zur Not erzählst du einen Witz.

Witze gibt es viele – was macht für dich einen guten Witz aus?
Ich mag die klassischen Witze. Sie müssen nicht derb sein und sollten nicht verletzen – lustig müssen sie sein.

Erzähl doch mal bitte einen deiner Lieblingswitze.
Gast winkt den Kellner heran und beklagt sich: Herr Ober, da schwimmt ein Haar in meiner Suppe. Daraufhin sagt dieser: Es ist ja auch eine Buchstabensuppe.

Was macht guten Humor aus? Was ist nicht witzig?
Ich glaube, dass man alles darf, es kommt auf den Kontext an. Es stellt sich zudem die Frage, was kann ich selber vertreten. Ich mag beispielsweise das Wort Randgruppen nicht. Denn wenn ich Leute von vornherein aus meinem Programm ausschließe, indem ich sie nicht wie alle anderen adressiere, dann mache ich sie nämlich genau zu diesen Randgruppen.

Deshalb machst du also auch Witze über Rollstuhlfahrer?
Ja, ich lache aber nicht über sie, sondern mit ihnen. Einmal ist es passiert, dass ein Rollstuhlfahrer nicht über meine Witze gelacht hat. Ich habe mich sofort entschuldigt. Wichtig ist, auf Augenhöhe miteinander zu sein.

Wo ist die Grenze? Worüber machst du keine Witze?
Ich persönlich möchte keine Witze machen über Terror und Anschläge, ich fühle mich damit unwohl. Aber es gibt andere Komiker, die das durchaus können. Und die sollen das auch machen. Die Humorgrenze verläuft bei jedem woanders und das ist auch gut so.

Du beziehst in deinem Programm auch deine Eltern mit ein. Wie reagieren die darauf?
Ich habe ein gutes Verhältnis zu meiner Familie, daher sind die sehr cool mit allen Inhalten. Das alles mache ich ja auch mit einem Augenzwinkern. Das Schöne ist ja: Ich mache zwar Witze über meine Eltern, aber die Kids im Publikum können das auf sich beziehen und entdecken ihre eigenen Geschichten mit ihren Eltern. Ich liebe meine Bagage. Die wissen das auch.

Was nehmen sie dir übel?
Mein Vater beschwerte sich mal, dass ich immer nur von meiner Mutter erzähle und nicht von ihm.

Das aktuelle Programm heißt „Selfie von Mutti“. Wie viele Selfies hast du auf deinem Handy?
Warte. Ich schau schnell nach. Aktuell sind es 912.

Mit wem würdest du gern mal ein Selfie machen?
Mit Cro und mit Justin Biber.

Auf deiner Facebook-Seite hast du mehr als 828 000 Fans. Viele schreiben auf deine Pinnwand. Beantwortest du das alles selbst?
Ich habe die Messenger-Funktion ausgeschaltet, weil dort nicht immer sinnvolle Sachen kamen. Aber wer mir öffentlich schreibt, der bekommt natürlich auch eine Antwort von mir. Ich bin immer wieder überrascht, was dort teilweise für amüsante Geschichten stehen.

Du hast Versicherungskaufmann gelernt, sagst, dass das jetzige Leben viel geiler ist. Wann muss ein Comedian in Rente?
Dafür gibt es zum Glück kein genaues Alter. Ich mache das jetzt so lange wie die Leute lachen und mich sehen wollen. Für mich fühlt es sich nicht an wie „ein richtiger Job“, es macht einfach riesig Spaß.

Hattest du vor dem Versicherungskaufmann einen anderen Berufswunsch?
Ich wollte anfangs Profi-Fußballer werden. Das ist schon zu Beginn nicht wirklich gelungen und dann habe ich es schleifen lassen. Dann wollte ich Anzüge tragen, coole Autos fahren und genug Geld verdienen. Aber jetzt ist auch alles gut so wie es ist.

Zum ersten Auftritt kamen elf Gäste. Mittlerweile füllst du Hallen mit mehr als 11 000 Gästen. Was ist das nächste Ziel?
Mein Traum wäre es, in der Arena zu spielen. Als HSV-Fan ist es selbstverständlich mein Ziel, mal im Volksparkstadion aufzutreten. Ich träume halt gern.

Am Donnerstagabend stehst du ab 20 Uhr in der Schweriner Sport- und Kongresshalle auf der Bühne. Wer gehört zu deiner Zielgruppe?
Alle Menschen mit Humor, und diejenigen ohne Humor sollten auch kommen. Vielleicht schaffe ich es ja, ihnen dennoch einen schönen Abend zu bereiten. Es wird auf jeden Fall lustig. Bei mir lacht der Teenager auch mit den Eltern – sogar den Großeltern.

*Karten für die Veranstaltung gibt es noch an der Abendkasse
 

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