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Zeitung für die Landeshauptstadt

14. Dezember 2017 | 01:51 Uhr

Hut ab! : Wenn die Striche spazieren gehen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Margret Schmal hat sich auf Malerei und Grafik spezialisiert und engagiert sich als Vorsitzende des Kunstvereins Goderner Kreis

svz.de von
erstellt am 26.Jun.2014 | 23:52 Uhr

Für den Maler und Grafiker Paul Klee stand fest: „Zeichnen ist die Kunst, Striche spazieren zu führen.“ Margret Schmal mag das Zeichnen und hat schon viele Striche spazieren geführt. Erst als Kind, dann als Oberschul- und Gymnasiallehrerin für Kunst und Geschichte, jetzt als Vorsitzende des Kunstvereins Goderner Kreis und Besitzerin eines kleinen Ateliers. Malerei und Grafik – für die seit 20 Jahren in Schwerin lebende Margret Schmal ist das mehr als nur ein Hobby.

An diesem Feld kann sie einfach nicht vorbeifahren. Nicht, wenn der rote Mohn blüht, nicht, wenn die blauen Kornblumen leuchten und dazwischen die Getreideähren goldfarben glänzen. Schwerin stadtauswärts, Richtung Wismar, gleich hinter dem Bahnübergang links, da ist die Farbenpracht gewachsen. Aquarellfarben, Pinsel, Stift, Skizzenblock und Zeit. Margret Schmal hat alles dabei, parkt am Feldrand und bringt das zu Papier, was sie sieht, was sie fasziniert, was sie festhalten will. Zweieinhalb Stunden lang. Zu Hause malt sie an dem Bild weiter, bis in die Abendstunden hinein. Jetzt ist es in ihrem kleinen Atelier. Ein Passepartout umschließt das Aquarell, das neben vielen anderen Bildern an der Wand hängt und der gläsernen Passage des Bleicher Ufer-Treffs Farbe verleiht. Ihre Bilder zeigen Landschaften, wurden hergestellt mit Aquarell-, Pastell- oder Acrylfarben oder mit einer Aquatintatechnik.

Auf einem lang gezogenen Tisch liegen einige Flyer. „Sommergalerie 2014“ steht auf der Vorderseite. Damit wirbt der Kunstverein Goderner Kreis für seine jährliche Ausstellung. Der Goderner Kreis: Er wurde 1977 unter der Leitung von Carl Hinrichs und Ursula Conrad gegründet, später von Winfried Wolk geführt. Heute hat der Verein 15 aktive Mitglieder, die aus dem Umland von Godern oder aus Schwerin stammen, um sich der bildenden Kunst zu widmen. „Wir kommen aus ganz unterschiedlichen Berufen, vom Malermeister bis zur Ärztin, und jeder bringt sich mit seinem ganz speziellen Wissen und seinen ganz eigenen Talenten ein“, sagt Margret Schmal. Die 66-Jährige bringt sich auch ein, seit 2009 auf Wunsch der Mitglieder auch als Vorsitzende. „Durch meine berufliche Tätigkeit hatte ich gelernt, Projekte zu organisieren, hatte eine umfangreiche künstlerische Ausbildung und durch den Ruhestand Zeit für diese Aufgabe“, sagt die Schwerinerin. Wanderungen mit Skizzenblock, Fotoapparat und geologischen Informationen, Interesse für die Ortsgeschichte, Kaminabende mit Reiseberichten, Ausstellungs- und Galeriebesuche. Workshops zur Erprobung neuer Techniken oder Materialien unter professioneller Anleitung oder Kontaktpflege zum befreundeten Kunstverein „Wallauer Fachwerk“ bei Wiesbaden – das Veranstaltungsprogramm des Kunstvereins ist so groß wie vielseitig. „Doch der Verein beschäftigt sich nicht nur mit sich selbst, sondern wirkt auch in der Gemeinde mit“, unterstreicht Margret Schmal.

Dem Verein vorzustehen, sagt die in Plessa in der Niederlausitz geborene Margret Schmal, koste nicht wenig Arbeit und Zeit, „aber ich finde, es ist auch eine gute Sache, sich einzubringen mit dem dem, was man kann.“ Im Moment beschäftigen sich Margret Schmal und die Vereinsmitglieder mit der Vorbereitung der Sommergalerie 2014. Individuell oder gemeinsam steht die Motivsuche auf dem Programm. In Gadebusch waren sie, in Schwerin auch. Auf Altstadtdachlandschaften hatten sie in der Landeshauptstadt ihren Fokus gelegt, dabei neue Perspektiven gefunden und zu Papier und auf die Leinwand gebracht.

Wer sich die Ergebnisse ansehen möchte, kann dies im Pinnower Ortsteil Godern, Alte Dorfstraße machen. Die Ausstellung wird am Sonnabend, 5. Juli, um 11 Uhr eröffnet. Anschließend ist sie dann bis zum 10. August jeweils samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr zu sehen. Während der Öffnungszeiten sind Kinder zum Malen eingeladen.

Wer will, kann sich aber auch einmal im Atelier von Margret Schmal, Bleicherufer 11, umsehen.

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