Schwerin: 14 Vornamen sind zuviel : Wenn die Namenswahl zur Qual wird

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Wie viele Vornamen braucht ein Kind? Mehr als sechs sind ungewöhnlich, mehr als zehn auf jeden Fall zu viele, befand das Schweriner Standesamt. Eine Familie hatte 14 Namen für ihr Kind beantragt.

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30. Januar 2013, 10:43 Uhr

Schwerin | Wie viele Vornamen braucht ein neuer Erdenbürger? Mehr als sechs sind ungewöhnlich, mehr als zehn auf jeden Fall zu viele, befand das Schweriner Standesamt im vergangenen Jahr. Eine Familie hatte nämlich 14 Namen für ihr jüngstes Kind beantragt.

Die Standesbeamtin legte ein Veto ein und trat mit den Eltern in intensive Beratungen. Nach einer Bedenkzeit einigte man sich schließlich auf sechs Vornamen. Ausschlaggebend sei bei der Diskussion übrigens das Kindeswohl und nicht etwa der Platz auf dem Personalausweis, kommentiert das Standesamt den Fall. Ein Kind könne sich wohl kaum 14 Namen merken. "Wenn die Eltern auf der ursprünglichen Zahl bestanden hätten, wäre der Fall schließlich vom Personenstandsrichter entschieden worden", erklärt Stadt-Sprecherin Michaela Christen.

In letzter Zeit habe die Stadt dort glücklicherweise keine Verfahren führen müssen, man habe sich immer einvernehmlich einigen können. Gern zitiert wird in diesem Zusammenhang ein Urteil aus einer anderen Stadt, bei dem ein Richter die Anzahl der Namen von beantragten 14 auf sieben runtergefahren hat - die Eltern wählten dann prompt sieben Doppelnamen für ihr Kind. Das bekannteste und auch schillerndste Beispiel für einen Mann mit vielen Vornamen ist übrigens Ex-Verteidigungsminister Freiherr von und zu Guttenberg. Der heißt nämlich Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester und bringt es damit auf stolze zehn Vornamen.

Weitere schwierige Fälle hat es in Sachen Namen im vergangenen Jahr im Schweriner Standesamt übrigens nicht gegeben. "Bis auf die eine Ausnahme wurden auch keine gewünschten Vornamen abgelehnt", fasst Michaela Christen zusammen. So wählten einige Eltern klangvolle Mädchen-Vornamen wie Brida, Cassidy, Chau, Chrysanta, Efje, Hadwa, Marvi und Sydney oder nannten ihre Jungs Phileas, Rauan, Sobar, Syles, Maikel, Joris, Flo, Campino oder Guntram.

Insgesamt 1128 Babys wurden im vergangenen Jahr beim Standesamt Schwerin gemeldet, davon haben 681 nur einen Vornamen. 392 Eltern gaben ihren Jüngsten zwei Vornamen, insgesamt 48-mal wurden drei Namen gewählt, sieben Familien entschieden sich für noch mehr. Der beliebteste Vorname in Schwerin ist diesmal übrigens Marie (31-mal), die zuletzt im Jahr 2010 ganz vorne lag. Einen ähnlichen Marie-Boom wie heute gab es bereits von 1890 bis 1900.

Auf Platz zwei in Schwerin rangiert jetzt Sophie (28-mal), gefolgt von Vorjahressiegerin Emma (19-mal). Die in Deutschland führende "Mia" schaffte es in Schwerin nur auf Rang vier. 18 Eltern entschieden sich für diesen Vornamen. Auf den Plätzen fünf bis zehn folgen bei den Mädchen Charlotte, Pia, Ida, Johanna, Emily und Lina.

Dem Bundestrend folgen die Schweriner allerdings, wenn es um die Söhne geht. 19 kleine Jungen wurden 2012 auf den Namen Ben getauft. Der Favorit der vergangenen beiden Jahren, Luca, landet diesmal gleich dahinter, er wurde 17-mal gewählt. Paul, Elias, Finn, Leon, Max, Felix, Joel und Jonas machen die Top Ten der Schweriner Jungennamen vollständig.

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