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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. August 2017 | 23:32 Uhr

Kunst in Wiligrad : Wenn der Vater mit dem Sohne

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Walter Libuda stellt in Wiligrad Ölbilder, Zeichnungen und Plastiken aus – Sohn Jaspar gestaltet den musikalischen Auftakt

Diese Ausstellungseröffnung war selbst für Marion Libuda eine ganz besondere. Mehr als 100 Werke ihres Mannes Walter sind in den nächsten sechs Wochen in der Galerie des Schlosses Wiligrad zu sehen. Eine so große Personalausstellung des renommierten Malers, Grafikers und Bildhauers hat es in Mecklenburg-Vorpommern bislang noch nicht gegeben. Bei der Vernissage sorgte zudem ein weiterer Libuba für einen künstlerischen Höhepunkt: Sohn Jaspar entlockte seinem Kontrabass vielfältige Jazzklänge – streichend zupfend und schlagend. „Dass unser Sohn zu einer Ausstellungseröffnung meines Mannes spielt, hat es erst ein paar Mal gegeben,“ erzählt Marion Libuda. „Aber der Kunstverein hatte gefragt, und es hat geklappt.“

Das gilt aber auch für die gesamten Ausstellung: Der Kunstverein und die Kunstwissenschaftlerin Dr. Hela Baudis fragten nach und Walter Libuda erklärte sich bereit, in Wiligrad auszustellen. „Ich kannte zwar die Personen, die mich ansprachen, aber nicht den Ausstellungsort“, erzählt Walter Libuda. Und Wiligrad hat den in Schildau bei Berlin lebenden Künstler überrascht – mit seinem Schlossensemble und mit den Ausstellungsräumen in der Galerie. „Es war aber nicht so leicht, die einzelnen Werke in den Räumen und an den Wänden zwischen Fenstern und Türen zu platzieren.“ 38 Ölbilder, mehr als 60 Zeichnungen, 8 Keramiken und 4 Bronzeplastiken mussten ins richtige Licht gerückt werden. Und in allen drei Techniken bleibt Walter Libuda sich treu, betont Hela Baudis. Auch wenn er bei Bernhard Heisig studiert hat, lässt sich Libuda weder der Leipziger Schule noch einer anderen zuordnen. „Er hat seinen eigenen Stil entwickelt, seine Werke sind surreal, ja kafkaesk“, betont Baudis. „Er versucht, die Welt zu verstehen und eröffnet dabei dem Betrachter neue Welten.“ Seine Werke sind nicht nur in bedeutenden deutschen Museen zu sehen, sondern auch in London, Wien, Moskau und Peking.

In Wiligrad zeigt Walter Libuda zum Teil noch taufrische Werke. Und er gab der Ausstellung den Namen „Fressen Drachen Drachen“. Doch einen Drachen sucht der Betrachter vergeblich. Klaus J. Albert vom Kunstverein sorgte deshalb für wenigstens ein Exemplar: Er überreichte Walter Libuda bei der Eröffnung den eigens für ihn kreierten Wiligrader Drachenorden.

Zu sehen ist die 194. Ausstellung des Kunstvereins nun bis zum 12. Juni – dienstags bis sonnabends jeweils von 10 bis 18 Uhr sowie sonn- und feiertags von 11 bis 18 Uhr.

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erstellt am 03.Mai.2016 | 16:00 Uhr

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