Schuldnerberatung : Wenn das Portmonee leer ist

Helfen Schwerinern aus der Kreide: Katja Rosendahl, Detlef Müller, Birgit Trübe und Ulrike Schreier (v.l.) von der Beratungsstelle der Volkssolidarität.
Helfen Schwerinern aus der Kreide: Katja Rosendahl, Detlef Müller, Birgit Trübe und Ulrike Schreier (v.l.) von der Beratungsstelle der Volkssolidarität.

Wege aus der Schuldenfalle: Volkssolidarität bietet seit Jahresbeginn eine Beratung im medienhaus:nord an

von
20. Januar 2016, 12:00 Uhr

Trennung, Job-Verlust, Krankheit: Es sind die großen Brüche im Leben, die Menschen oft genug auch in finanzielle Not geraten lassen. „Für zwei Menschen hat das Einkommen gereicht. Nach einer Scheidung können Kredite plötzlich nicht mehr abgetragen, Rechnungen nicht mehr bezahlt werden“, sagt die Leiterin der Schuldner- und Insolvenzberatung der Volkssolidarität, Katja Rosendahl.

Seit Anfang des Jahres bietet die Beratungsstelle im medienhaus:nord auf dem Großen Dreesch ihre Hilfe an. 70 so genannter Erstkontakte hat es bereits gegeben, in 50 Fällen wurden Akten angelegt, 20-mal blieb es bei einer Kurzberatung. „Der erste Klient stand am 4. Januar schon um 8.30 Uhr vor der Tür“, berichtet Rosendahl. Sein Problem: ein finanzieller Engpass vom Übergang aus der Arbeitslosigkeit in die Rente.

Wichtiges Thema in den ersten Beratungen: das Pfändungskonto. „Zwölf Bescheinigungen zum P-Konto haben wir bereits ausgestellt“, so die Leiterin. Zum Beraterteam in der Gutenbergstraße 1 gehören neben Rosendahl auch Ulrike Schreier, wie die Leiterin ausgebildete Volljuristin, die Wirtschaftsrechtlerin Nicole Hintze und der Sozialarbeiter Detlef Müller. Birgit Trübe kümmert sich um den Empfang, vergibt Termine. „Wir haben ein kompetentes und erfahrenes Team an Bord“, betont die Landesgeschäftsführerin der Volkssolidarität, Kerstin Liebich.

Rosendahl und ihre Kollegen starten in Schwerin freilich nicht bei Null. Sie setzen die Arbeit der bisherigen Beratungsstelle „Lichtblick“ des Diakoniewerks Neues Ufer fort, die Ende vergangenen Jahres nach mehr als 20-jähriger Tätigkeit ihre Türen geschlossen hat, weil die städtischen Fördermittel für eine Schuldner- und Insolvenzberatung in Schwerin an den Landesverband der Volkssolidarität gegangen waren.

Hilfesuchende, die sich schon an die Beratungsstelle des Diakoniewerks gewandt haben, werden aber auf Wunsch von der Volkssolidarität weiter beraten, erklärt Katja Rosendahl. Grundsätzlich versuche die neue Schuldner- und Insolvenzberatung, ohne eine lange Warteliste auszukommen. „Wir wollen unseren Kunden zeitnah ein Erstgespräch anbieten“, so die Leiterin. Kein Ratsuchender werde abgewiesen.

Geöffnet ist die neue Beratungsstelle im ersten Stock des Verlagshauses dienstags, mittwochs und donnerstags von 9 bis 11.30 und von 12.30 bis 14 Uhr. Für Berufstätige wird eine Abendsprechstunde bis 18 Uhr angeboten. Montags und freitags stehen die Berater bei Notfällen oder nach vorheriger terminlicher Vereinbarung zur Verfügung. Zu erreichen ist die Schuldnerberatung unter der Telefonnummer 0385/ 30347460 und der E-Mail-Adresse schuldnerberatung-mv@volkssolidaritaet.de.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen