Brüsewitz : Wenn das Liedbuch ein „Wir“ ergibt

Konzentriert und mit geübten Stimmen präsentierten sich die Mitglieder des Landchores.
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Konzentriert und mit geübten Stimmen präsentierten sich die Mitglieder des Landchores.

Landchor Brüsewitz feiert 35-jähriges Bestehen im Kulturhaus, Gäste und Freunde bekommen Kostprobe der gesangsstarken Einheit

svz.de von
02. Mai 2017, 16:00 Uhr

Martina Lisdau hält die Stimmgabel kurz an ihr Ohr. Alles ist still, wartet auf ihr Zeichen. Ein dumpfes „Mü“ klingt durch den Saal des Kulturhauses in Brüsewitz. Langsam findet sich der Ton, den die Chorleiterin vorgegeben hat. Dann hebt Martina Lisdau leicht die Hand und gibt das Zeichen. Das entspannte Einsingen verändert sich, und die Sänger und Sängerinnen des Landchores Brüsewitz lassen ein freundliches „Seid gegrüßt, lasst euch empfangen“ erklingen.

Es ist Sonntagnachmittag und der Brüsewitzer Landchor feiert sein Jubiläum. 35 Jahre besteht die Singgemeinschaft bereits. Mit dabei rund 100 Gäste bestehend auf Freunden, Bürgermeister Manfred Dutz und Wegbegleitern. Sie spenden fleißig Applaus für die ambitionierten Sänger. Und die geben im Kulturhaus in Brüsewitz nicht nur eine Kostprobe ihres Könnens, sondern auch Einblicke in ihre mehr als drei Jahrzehnte währende Chorgeschichte.

Auf Initiative der damaligen Brüsewitzer Bürgermeisterin Waltraud Skorupski entstand der Chor im Jahr 1982. Eine, die von Anfang an mit dabei war, ist die heutige Chorleiterin Martina Lisdau. „Damals habe ich noch unter der Leitung von Joachim Kühn gesungen. Vor 23 Jahren habe ich das Amt dann übernommen und das bis heute nicht bereut“, erklärt die ehemalige Musiklehrerin. Für sie sei der Landchor etwas Besonderes, weil die Sänger „eine eingeschworene Gemeinschaft“ sind, mit der man während der Jahre „alt geworden ist“. Damals noch mit zehn Mitgliedern, wuchs „die eingeschworene Gemeinschaft“ auf heute 40 Gesangsfreunde. Jahrelange Institution der Gruppe: Manfred Bandilla, der bis 2016 Vereinsvorsitzender des Landchores war.

Für die durchaus redselige Truppe gehört es nicht nur dazu, jeden Mittwoch um 19 Uhr in der Brüsewitzer Grundschule zusammenzukommen, um Lieder für Auftritte in der Region zu üben, sondern auch gemeinsam Fahrten und Ausflüge zu unternehmen. So ging es bereits nach Brüssel und Straßburg, aber auch zu befreundeten anderen Chören wie zum Beispiel Harmstorf. Fünf dicke Alben füllen die Mitglieder mittlerweile mit ihren Erlebnissen.

Doch es gab auch traurige Zeiten: In den Jahren um die Wende kämpfte der Verein um das Bestehen, denn viele verloren die Freude am Singen oder zogen weg. „Heute haben wir wieder eine stabile Mitgliederzahl, aber wir sind vorwiegend ältere Mitglieder“, so Martina Lisdau, die sich neue, junge Mitglieder für den Landchor wünscht. Stolz ist sie darauf, dass immerhin zehn Männer dem Chor ihre Stimme geben. Zwei davon: Klaus Michaelis und Gerhard Kwaschnik. Die beiden haben sich im Krankenhaus kennen gelernt. Der Herren Steinfelder Michaelis erzählte von seinem Wirken im Landchor und lud den Schweriner Kwaschnik zur Probe ein. Heute singen die beiden seit fast zehn Jahren im Chor. Auch Petra Tesch kam 2012 zu den Brüsewitzern dazu. „Nachdem die Kinder aus dem Haus waren, habe ich hier einfach mitgemacht“, so die 53-Jährige.

Und dass diese sangesstarke Truppe wunderbar harmoniert, beweist sie bei ihrer Jubiläumsfeier. Dabei gedenken die Sänger mit einem Lied nicht nur ihrer verstorbenen Mitglieder und präsentieren eine Auswahl aus ihrem 160 Lieder umfassenden Repertoire, sondern danken auch ihren vielen Wegbegleitern für die Unterstützung während der 35 Jahre.

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