Parkplätze : Wenn Behinderte behindert werden

Die Behindertenparkplätze werden oft fremd besetzt.
Die Behindertenparkplätze werden oft fremd besetzt.

Sonder-Parkplätze in Dr.-Martin-Luther-Straße sind oft zugestellt.

svz.de von
25. April 2018, 23:00 Uhr

Immer wieder gibt es Ärger um die Parkplätze. Was in der Innenstadt vor allem am Abend zur Jagd auf die letzten Stellplätze wird, treibt auf dem Dreesch noch andere Blüten. So hat sich Werner-Otto Püwick mit einem Hilferuf an die Schweriner Volkszeitung gewandt. „Ich bin schwer gehbehindert. 100 Prozent. Deshalb habe ich für mein Auto direkt vor unserem Eingang in der Dr.-Martin-Luther-King-Straße einen blauen Parkausweis. Doch der Ausweis nutzt mir gar nichts, wenn der Platz ständig von anderen besetzt wird“, sagt der Rentner. Teilweise seien es sogar mehrere Autos gleichzeitig, die den Behindertenparkplatz blockieren, weil sie an der Hauswand eben nicht in Längsrichtung parken, sondern quer. Und in der Regel seien es eben junge und gesunde Menschen, die sich frecherweise auf die Plätze stellen würden, da sie nach 17 Uhr nicht mehr mit Kontrollen durch das Ordnungsamt rechnen würden, meint Püwick.

Mit Sicherheit wäre dieser Fall auch ein interessanter Ansatz für den Behindertenbeirat der Stadt, der am 4. Mai ins Schlossparkcenter einlädt. Unter dem Motto: „Wir gestalten unsere Stadt“ sollen hier Vorschläge zur gleichberechtigten, kulturellen Teilhabe eingereicht werden. Am europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung will der Beirat die Vielfalt und das Miteinander in den Mittelpunkt rücken. „Wir wollen die Stadt positiv verändern, damit Menschen dort gern und gleichberechtigt leben. Damit das funktioniert, reichen oft schon kleine Gesten. Freundlichkeit und Offenheit sind die idealen Voraussetzungen dafür“, sagt die Vorsitzende des Behindertenbeirats Angelika Stoof.

Von 10 bis 18 Uhr können Schweriner am 4. Mai Vorschläge machen, wie man die Stadt verändern kann. Dazu ist um 15 Uhr auch eine Podiumsdiskussion geplant, zu der Vertreter von Kultureinrichtungen Schwerins eingeladen sind. Der Behindertenbeirat hat außerdem ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm auf die Beine gestellt. Es gibt Informations- und Mitmachstände, an denen Besucher ausprobieren können, was es bedeutet nicht mehr richtig sehen oder hören zu können.

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