Die Kripo berichtet : Weniger Straftaten in Schwerin

Polizeichef Ingo Renk
Polizeichef Ingo Renk

Kriminalitätsstatistik 2014: Polizeichef Ingo Renk spricht von erfreulichem Trend – Wohnungseinbrüche haben allerdings zugenommen

23-13214194_23-66107979_1416392498.JPG von
10. April 2015, 23:53 Uhr

10 969 Straftaten hat die Polizei im vergangenen Jahr in der Landeshauptstadt gezählt. 2013 waren es noch 11 740, 2012 sogar 12 769. Polizeichef Ingo Renk sprach deshalb gestern bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik von einem erfreulichen Trend. Die Aufklärungsquote bewege sich mit rund 63 Prozent auf einem stabilen Niveau. Freilich gäbe es auch noch Baustellen, räumte Renk ein. So sei etwa die Zahl der Wohnungseinbrüche in Schwerin im Jahresvergleich von 124 auf 169 gestiegen.

Von 1287 auf 1106 Fälle zurückgegangen ist dagegen die Zahl der Rohheitsdelikte wie Raub, Körperverletzung, Bedrohung oder Nötigung. „Fast 86 Prozent der Straftaten in diesem Bereich konnten aufgeklärt werden“, betonte Renk. Die Polizei setze aber nicht nur auf eine konsequente Ermittlungsarbeit, sondern auch auf Prävention, um insbesondere junge Leute davon abzuhalten, auf die schiefe Bahn zu geraten. Denn: Im Vergleich zu Rostock etwa sei Schwerin – gemessen an der Bevölkerungszahl – mit Rohheitsdelikten „deutlich stärker belastet“, so der Polizeichef. Für Schlagzeilen sorgte dieser Fall: Im November wurde ein 45-Jähriger nach einem Trinkgelage leblos in seiner Wohnung in der Hamburger Allee gefunden. Das Ergebnis der Obduktion war eindeutig: Tod durch Gewalteinwirkung.

Etwa jede dritte erfasste Straftat in der Landeshauptstadt fiel auch 2014 unter den Oberbegriff Eigentumsdelikte. Aufklärungsquote: etwa 31 Prozent. In diesen Bereich gehörten auch die Wohnungseinbrüche, erläuterte der Leiter der Schweriner Kriminalkommissariates, Jörg Ninnemann. Immerhin habe die Kripo zwei Einbruchsserien mit jeweils knapp 20 Taten aufklären können – „mit erheblichem Ermittlungsaufwand“.

Für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung nicht weniger bedeutsam: Straftaten, die sich in der Öffentlichkeit abspielen. Bei der so genannten Straßenkriminalität, darunter insbesondere Sachbeschädigungen, aber auch Überfälle und Kfz-Aufbrüche, registrierte die Schweriner Polizei im vergangenen Jahr 1902 Fälle – 202 weniger als 2013. Etwa jede vierte Tat aus diesem Bereich werde geklärt, berichtete Polizeichef Renk. Um das Sicherheitsempfinden der Bürger zu erhöhen, wolle die Polizei im Stadtgebiet weiterhin verstärkt Präsenz zeigen. Auch für Stern Buchholz, wo eine Erstaufnahmestelle für Asylbewerber eingerichtet werden soll, werde derzeit ein Streifenkonzept erarbeitet, so Renk.

Tatsächlich gab es in Sachen Kriminalitätsbelastung 2014 durchaus Unterschiede zwischen den Stadtteilen. Mit einem Anteil von 13,76 Prozent stand die Altstadt, von Massendelikten wie Ladendiebstahl und Schwarzfahren besonders betroffen, weiterhin an der Spitze der Statistik. Auf den nächsten Plätzen folgten das Mueßer Holz und die Paulsstadt.

Mehr als 50 Prozent der Straftaten in Schwerin gingen im vorigen Jahr auf das Konto von Tatverdächtigen aus der Altersgruppe zwischen 21 und 40 Jahren. Gut 23 Prozent der Verdächtigen waren zwischen 40 und 60 Jahre alt, knapp 18 Prozent zwischen 14 und 21 Jahren. Auf rund drei Prozent belief sich der Anteil der unter 14-Jährigen, auf fast sieben Prozent der über 60-Jährigen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen