Positive Bilanz : Weniger Schweriner leben von ALG II

Die Agentur für Arbeit zieht in Schwerin eine positive Bilanz.
Die Agentur für Arbeit zieht in Schwerin eine positive Bilanz.

Die Zahl der Arbeitslosen ist 2013 insgesamt gesunken, doch der Fachkräftemangel wird immer deutlicher

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04. Februar 2014, 16:00 Uhr

Positive Bilanz für das vergangene Jahr: Die Zahl der Arbeitslosen ist insgesamt um fast sechs Prozent gesunken. Im Jahresdurchschnitt waren in Schwerin 5665 Menschen arbeitslos gemeldet, 352 weniger als 2012. Diese Zahlen legten die Geschäftsführerin des Jobcenters, Regine Rothe, und der Chef der Arbeitsagentur, Dirk Heyden, vor. Allerdings gibt es zwischen beiden Institutionen Unterschiede. So registrierte die Arbeitsagentur einen Anstieg der Kundenzahl um 35, ein Plus von 2,6 Prozent bei denjenigen, die Arbeitslosengeld I bekommen. Das Jobcenter konnte dagegen einen Rückgang der Empfänger der Grundsicherung, also Hartz IV, um 387 Personen oder 8,3 Prozent registrieren. Die Jugendarbeitslosigkeit verringerte sich um 10,7 Prozent. Dennoch waren 535 junge Leute unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet – davon allein 335 beim Jobcenter. Häufiger Grund, warum kein Arbeits- oder Ausbildungsplatz gefunden wird: Es fehlt ein Schulabschluss. Oft kommen diese Jugendlichen aus schwierigen sozialen Verhältnissen. Für die jungen Leute wollen Arbeitsagentur, Jobcenter und die Landeshauptstadt ab diesem Jahr verstärkt etwas tun. „Wir müssen vor allem Informationen vermitteln, welche Möglichkeiten der Qualifizierung es überhaupt gibt“, sagte Oberbürgermeisterin Angelika Grankow. Deshalb sollen verstärkt die Schulen angesprochen, aber auch das Internet und soziale Netzwerke wie Facebook genutzt werden. Dafür haben die Arbeitsagentur, das Jobcenter und die Landeshauptstadt eine entsprechende Vereinbarung getroffen. „So können wir koordiniert alle jungen Leute erreichen, egal, ob sie vom Jugendamt, Jobcenter oder der Arbeitsagentur betreut werden“, so Dirk Heyden.

Die rückläufigen Arbeitslosenzahlen machen sich auch im Budget des Jobcenters bemerkbar. Es muss in diesem Jahr mit 664 000 Euro weniger auskommen als 2013. Mit 3,4 Prozent ist das der stärkste Rückgang aller Jobcenter in Mecklenburg-Vorpommern. „Wir werden aber an unserem Qualifizierungs- und Weiterbildungsprogramm festhalten“, so Geschäftsführerin Regine Rothe. Denn immerhin haben 66 Prozent der jugendlichen Arbeitslosen keinen Schulabschluss.

Wegen der zurückgehenden Arbeitslosenzahlen und des sinkenden Budgets werden im Jobcenter Stellen abgebaut. Acht Arbeitsplätze fallen im Vergleich zu 2013 weg. Von den verbleibenden 188 Stellen sind derzeit aber gar nicht alle besetzt. Der Stellenabbau erfolgt, wenn Mitarbeiter in die Rente gehen.

Im vergangenen Jahr ist in Schwerin der Fachkräftemangel deutlicher geworden. Das betrifft zum Beispiel die Altenpflege und den Elektrotechnikbereich. Aber auch Mechatroniker und Berufskraftfahrer werden gesucht. Wer mit einer guten Qualifizierung seinen Arbeitsplatz verliert, hat beste Chancen, schnell wieder einen Job zu finden. „Marktnahe Kunden zu vermitteln, ist deutlich einfacher als Langzeitarbeitslose“, sagte Heyden. Auch bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen wird die Situation zunehmend schwieriger. „Wir hatten 2013 das erste Mal überhaupt keine Bewerber für bestimmte Lehrstellen, beispielsweise Straßenwärter“, berichtete Gramkow.

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