Zooprobleme : Weniger Besucher in Schweriner Zoo

Derzeit sind nur wenige Besucher im Zoo. Auch das Humboldthaus ist kein Anziehungspunkt.
Derzeit sind nur wenige Besucher im Zoo. Auch das Humboldthaus ist kein Anziehungspunkt.

Der Schweriner Tierpark soll attraktiver werden, um mehr Besucher anzuziehen – sucht zunächst aber einen neuen Direktor

svz.de von
13. November 2014, 08:00 Uhr

Wird der Zoologische Garten zum Dauerpflegefall? Wer im gerade vorgelegten Beteiligungsbericht der Landeshauptstadt den Abschnitt zur Lage der städtischen Einrichtung liest, kommt zu dem Schluss: Dem Zoo geht es sehr schlecht.

Im vergangenen Jahr blieben die Besucher weg. Statt der prognostizierten 135 000 zahlenden Besucher kamen nur gut 120 000. Am 2012 eröffneten Humboldthaus gab es erhebliche Mängel: rostende Aquarien, ein kaputtes Dach, atypische Risse in den Wänden. Zu allem Überfluss verließ in diesem Jahr dann auch noch die Direktorin den Zoo. Ist da noch was zu retten?

Die amtierende Direktorin Ilka Wilczek ist optimistisch. „Wir haben seit dem Jahresanfang rund 120 000 zahlende Besucher gezählt und haben damit die Zahl des gesamten Vorjahres bereits Ende Oktober erreicht.“ Wilczek geht von 128 000 Gästen bis zum Jahresende aus. „Das sind 3000 mehr, als für 2014 geplant.“

Auch die Schäden am Humboldthaus sind inzwischen beseitigt. Aquarien, Dach – alles wieder in Ordnung. Und die Risse in den Wänden stellten sich als wenig dramatische Putzrisse heraus. Auch die sind beseitigt. Allerdings erfüllt das Humboldthaus nicht die ursprünglichen Erwartungen. „Das ist keine Anlage, die für die Besucher auch bei schlechtem Wetter attraktiv ist“, so Ilka Wilczek. „Da hält sich keiner über mehrere Stunden auf.“

„Zukünftige Investitionen sollen die Attraktivität des Zoos sichern. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass die Angebote nicht mehr den gestiegenen Ansprüchen der Besucher genügen“, steht im Lagebericht für 2013. „Deshalb ist es sehr wichtig, dass wir eine neue Löwenanlage in der Nähe des Eingangs bauen“, sagt die amtierende Direktorin. Diese Investition sollte schon in diesem Jahr in Angriff genommen werden. „Wir sind auf Fördermittel des Landes angewiesen“, sagt Ilka Wilczek. „Dazu werden noch Gespräche geführt.“ Sie hofft, dass die neue Löwenanlage im kommenden Jahr gebaut werden kann.

Äußerst problematisch gestaltet sich offenbar die Suche nach einem neuen Zoodirektor. Auf eine Ausschreibung meldeten sich 17 Bewerber. Nach SVZ-Informationen sind davon drei vom Aufsichtsrat eingeladen worden. Einer schied aus, weil er keine Führungspersönlichkeit war, einer wollte keine Außenwirkung entfalten, beim Dritten befürchtete der Aufsichtsrat, dass er Unruhe in die Belegschaft bringen könnte. Jetzt sollen drei weitere Bewerber eingeladen werden. Wann der neue Zoodirektor gekürt wird, ist daher noch unklar.

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